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Kommentar Frau Giffey, hören Sie bitte ganz auf!

Die SPD-Politikerin sollte auch auf die Spitzenkandidatur in Berlin verzichten. Ihr Rücktritt ist auch ein Warnschuss für die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock. 
19.05.2021 - 14:08 Uhr 11 Kommentare
Die SPD-Politikerin verzichtete Ende 2020 auf den Titel. Quelle: dpa
Franziska Giffey noch mit Doktortitel.

Die SPD-Politikerin verzichtete Ende 2020 auf den Titel.

(Foto: dpa)

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Annette Schavan (CDU) und jetzt Familienministerin Franziska Giffey (SPD): Alle drei stürzten über ihre Plagiate in den Doktorarbeiten. Der nächste Kanzler oder die nächste Kanzlerin sollte wirklich überlegen, ob er oder sie von jedem promovierten Kabinettskollegen eine Unbedenklichkeitserklärung eines anerkannten Plagiatsjägers einholt. Die Glaubwürdigkeit der Politik ist auf jeden Fall tief erschüttert. 

Was soll man von jemanden als Minister erwarten, wenn er schon bei seiner wissenschaftlichen Arbeit täuscht und trickst. Die Kanzlerin würde heute sicher nicht mehr wie bei Karl-Theodor zu Guttenberg den Satz wiederholen, sie habe keinen wissenschaftlichen Assistenten berufen.

Der Rücktritt Giffeys kommt zudem für die SPD zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Kampagne des Kanzlerkandidaten Olaf Scholz schleppt sich ohnehin mühsam dahin. Jetzt versucht Frau Giffey auf Kosten der Bundespartei, ihre Kandidatur als Regierende Bürgermeisterin in Berlin zu retten. Aber auch dort sind die Grünen den Sozialdemokraten schon enteilt.

Die Hoffnung der SPD ist, dass viele Berliner den fehlenden Doktortitel nicht vermissen werden. Für die Bundes-SPD ist es dagegen verheerend. Ein gutes Vierteljahr vor der Bundestagswahl muss Scholz nun erklären, warum Giffey für das Bundeskabinett nicht mehr infrage kommt, aber eine vorzügliche Regierende Bürgermeisterin abgeben würde.

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    Scholz war wenigstens gut beraten, das Ministeramt nicht nachzubesetzen. Ein gutes Vierteljahr vor der Bundestagswahl wäre eine Kurzzeitministerin dem Wähler und Steuerzahler nicht mehr zu vermitteln. 

    Warnschuss für Annalena Baerbock

    Giffeys Rücktritt ist auch ein Warnschuss für die Kanzlerkandidatin den Grünen. Annalena Baerbock bezeichnet sich gerne als Völkerrechtlerin. Jura hat sie nicht studiert. Außerdem kamen auch bei ihr Nachfragen zu ihrem Studienverlauf auf. Wie so viele vor ihr entschied sie sich für eine Salamitaktik.

    Die Dimension mag bei Baerbock eine andere sein. Aber der Fall Giffey zeigt gerade, dass Politiker gut daran täten, auf mehr Transparenz zu setzen. Hans-Dietrich Genscher wird der Satz zugeschrieben, Nobelpreisträger seien selten in der Politik. Das wollen die Bürger auch so. Aber sich akademische Meriten anzuheften, die man nicht hat, ist nicht Ordnung.

    Zu viele Wissenschaftler quälen sich durch ihre Arbeiten. Der Rücktritt von Giffey war deshalb folgerichtig, aber sie sollte auch auf die Spitzenkandidatur in Berlin verzichten. Das wäre konsequent. 

    Mehr: Giffey ist Spitzenkandidatin in Berlin. 

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    11 Kommentare zu "Kommentar: Frau Giffey, hören Sie bitte ganz auf!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Niveau der hier versammelten Leser-Kommentatoren erkennt man daran, daß so gut wie keiner auch nur die Satzzeichen beherrscht. Dafür liefert Herr Winter mehr Frage- und Ausrufezeichen nach, als ich vermutlich in meinem ganzen Leben gebraucht habe.
      Und was London betrifft: nicht umsonst gelten Oxford, Cambridge, London und Edinburgh wohl als die Spitzen europäischen Geisteslebens - keine einzige deutsche Universität kann da auch nur leise mitreden.

    • Also jetzt sind wir wieder soweit:
      Jeder wird auf akademischen Zeugnisse und Herkunft und sozialen Status überprüft.
      Super!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      Sind alle Politiker die im Moment im Amt sind sauber???????????????????????
      Wer kontrolliert die????????????????????
      Warum hat Fr.Baerbock in England studiert?
      Bekanntlich gehen nur die nach London die geistig zu schwach sind um in Deutschland ihren Abschluss zu machen

    • Zu Baerbock siehe:
      https://www.sueddeutsche.de/politik/baerbock-kanzlerkandidatur-uni-titel-voelkerrechtlerin-1.5295423
      Zitat:
      <<Nach dem britischen Zeugnis darf sie sich Völkerrechtlerin nennen. Im Zeugnis der renommierten "London School of Economics and Political Science" steht "Master in Law - with Distinction in Public International Law".>>

    • Frau Giffey hat jetzt den durch ihre Brille geeigneten Termin für einen Rücktritt ausgewählt! Hier sollte man nicht zu viel Moral verlangen! Das Problem der akademischen Grade sollte man nicht über bewerten. Die Plagiatssucher sind selbst ernannte Gerechtigkeitsjäger. Frau Baerbock ist jetzt in höchste Bereiche aufgerückt - da versuchen bestimmte Kreise, irgend etwas negatives zu finden. Frau Baerbock muss natürlich wissen, dass sie sich in "gefährliche" Bereiche begibt - da wird alles, was sich für eine Demontage eignet, auch eingesetzt wird. Frau Giffey wird sicherlich in der Berliner Landespolitik eine wichtige Rolle spielen. Ich selbst (nicht studiert, ohne akademischen Grad) habe selbst im Verwandten- und Bekanntenkreis Personen, denen Titel über alles geht, da ist der Dr.-Titel zu wenig; es muß schon der Professor sein!

    • Habe diesen Kommentar bereits an anderer Stelle gemacht. Passt aber auch hier:

      Weder kann noch möchte ich die Fälle von Frau Giffey oder auch Frau Schavan und Herrn zu Guttenberg beurteilen. Mir ist aber das Vorgehen der selbsternannten Plagiatjäger zuwider. Mit selbstgerechtem moralischen Impetus zielen sie auf die Demontage öffentlicher Persönlichkeiten, und Medien und das Publikum ergötzen sich daran. Nichts ist offenbar so schön für das Gemüt jemanden der Einfluss, Macht und zuweilen auch Geld hat, stürzen zu sehen. Ich finde das niedrig.

    • Herr Johst arbeiten Sie im Team BMW Baerbock muss weg? Warum legt AnnaLena nicht endlich die Originalurkunden ihres absolvierten Wissens vor? Dies Verhalten ist unerträglich daher gilt für mich als Porsche Fahrer nur BMW.

    • Wenn man Handelsblatt liest und sich daran erfreut, dass es nicht wie Springeresker Boulevard ist, stolpert man über Sigmunds Kampagnenjournalismus im Stile Julian Reichelts und wird enttäuscht. Weshalb sollte das ein Warnschuss für Frau Baerbock sein? Wo ist das Problem mit der Bezeichnung "Völkerechtlerin"? Sie ist studierte Politikwissenschaftlerin und hat an der renommierten LSE einen Magister Legum im Völkerrecht abgelegt. Wo ist ihr Problem damit? Sie selbst nennen sich Journalist ohne Journalismus studiert zu haben. Das tun sie natürlich in der Kenntnis, dass dies keine geschützte Berufsbezeichnung ist und Sie sich daher problemlos so nennen dürfen. "Völkerrechtlerin" ist aber auch keine beschützte Bezeichnung und impliziert nicht nur Volljuristen.
      Der Focus, der auch die Stimmung anheizt, schließt nach tendenziöser Headline und viel hin und her immerhin klar: "Da die Grünen-Politikerin den Master in "Public International Law" gemacht hat, darf sie sich auch weiterhin mit vollem Recht Völkerrechtlerin nennen." Sigmund schafft es dagegen halbherzig nur dazu: "Die Dimension mag bei Baerbock eine andere sein... Aber sich akademische Meriten anzuheften, die man nicht hat, ist nicht Ordnung." So lassen Sie die Saat des Zweifels bewusst gedeihen ... und das in einer Zeit, in der Journalismus erbittert um seine Glaubwürdigkeit kämpft! Traurige Entwicklung ...

    • Zitat Herr Max Musterstudent: "Für Politiker gelten jedoch andere Regeln.. Um ein erfolgreicher Politiker zu sein, muss man heutzutage Täuschen, Lügen, Tricksen."
      Aber genau das hat sie doch getan, warum soll sie dann aus der Politik ausscheiden? Politik war und ist ein undankbares Geschäft. Es muss getan werden, aber zu welchem Preis?

    • Billige Parteipolitik, einfach nur peinlich. Herr Sigmund, hören Sie bitte ganz auf!

    • Das Problem ist, dass Politiker in Deutschland eine rechtliche Sonderbehandlung vor dem Gesetz bekommen. Weder Lehrer noch Polizisten oder Verwaltungsbeamte könnten sich solche Fehler erlauben. Sie wären sofort ihren Job los und wahrscheinlich auch ihren Status als Beamte.

      Nur mal angenommen ein Lehrer würde 1 Mio EUR Provision von einem Verlagsunternehmen bekommen und im Umkehrschluss würden entsprechende Bücher als Lernmaterialien eingesetzt.. Dann würde jeder von Korruption (strafrechtliches vergehen) sprechen und der Lehrer wäre seinen Job los und hätte wahrscheinlich ein Berufsverbot.
      Oder wenn Polizisten bei ihrer Einstellung/Vorstellungsgespräch lügen und behaupten sie hätten keine Vorstrafen. Kommt später raus, dass sie gelogen haben, sind sie ungeeignet und dürfen den Job nicht mehr ausüben.

      Für Politiker gelten jedoch andere Regeln.. Um ein erfolgreicher Politiker zu sein, muss man heutzutage Täuschen, Lügen, Tricksen.

      Ob das noch im Interesse der Bevölkerung ist, mag ich zu bezweifeln.

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