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Kommentar Frauen in der Fondsbranche: Die Großkunden müssen mehr Druck machen

Noch immer gibt es sehr wenige weibliche Fondsmanager. Institutionelle Investoren haben mit ihrem riesigen Kapitalstock ein wirkungsvolles Druckmittel.
28.09.2020 - 18:51 Uhr Kommentieren
Zum Weltfrauentag 2017 wurde die Statue aufgestellt, um auf den Mangel an weiblichen Führungskräften hinzuweisen. Quelle: AP
Bronzeskulptur „Fearless Girl“ vor der Wall Street

Zum Weltfrauentag 2017 wurde die Statue aufgestellt, um auf den Mangel an weiblichen Führungskräften hinzuweisen.

(Foto: AP)

An salbungsvollen Worten mangelt es nicht. „Nachhaltigkeit“ und „Vielfalt“ sind die Schlagworte, mit denen sich die Fondsbranche gerne schmückt. Denn Firmen, die wirtschaftlich vorbildlich agieren, ökologische Kriterien berücksichtigen und sich sozial geben, finden bei Aktionären und deren Anlageentscheidungen wachsende Berücksichtigung.

Die Branche selbst, die nach außen gerne mit ESG-Kriterien für ihre Produkte wirbt, gibt jedoch kein gutes Bild ab, was die eigene Diversität in Führungspositionen angeht. So ist der Anteil von Frauen in Top-Positionen bei den großen Fondsgesellschaften in den vergangenen Jahren kaum gestiegen und liegt derzeit bei elf Prozent der weltweit aktiven Fondsmanager. Echter Fortschritt sieht anders aus.

Was also tun? Gute Vorsätze werden nicht reichen, um diese Situation deutlich zu ändern. Bleibt es bei dem derzeitigen Tempo der Förderung von Frauen, dann wird es rechnerisch noch Jahrzehnte dauern, bis Fondsmanagerinnen den gleichen Status wie ihre männlichen Kollegen erreichen.

Natürlich gibt es viele Gründe, warum Frauen kein oder nur ein geringes Interesse an der Fondsbranche im Speziellen und der Finanzindustrie im Besonderen ausweisen. Doch es fehlt offensichtlich auch der äußere Druck, die Bedingungen für Frauen nachhaltig zu verbessern. Dafür kann jedoch nur eine Adresse wirkungsvoll sorgen: die Großkunden der Fondsgesellschaften.

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    Wie das gehen könnte, haben einige Banken in den letzten Jahren bereits vorgemacht. So haben einige Institute begonnen, bei der Auftragsvergabe auf die Diversität der Teams zu achten, die künftig für sie arbeiten sollen. Hat ein Auftragnehmer keine gemischten Teams, sind keine Frauen unter den Mitarbeitern, fällt der Anbieter bei der Vergabe durch das Raster.

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    Warum soll das nicht auch für die Fondsgesellschaften gelten? Zumal die Kunden auch ökonomisch argumentieren können. So belegt eine neue Studie erneut die Überlegenheit von gemischten Managementteams und Frauen im Fondsmanagement.

    Setzen institutionelle Großkunden wie die Allianz oder die Axa an diesem Punkt an, dürfte sich rasch etwas tun. Wie sehr milliardenschwere Investmentscheidungen den Wandel beschleunigen können, erlebt die Fondsbranche gerade bei den ESG-Investments, die Kohleproduzenten und Ölfirmen unter Druck setzen.

    Institutionellen Investoren ist mit ihrem riesigen Kapitalstock ein wirkungsvolles Druckmittel gegeben: Sie sollten es auch für mehr Vielfalt in der Fondsbranche nutzen. Oder wie die Popsängerin Madonna, die sich auch ihren Platz in der Musikindustrie erkämpft hat, schon wusste: „Geld ist Macht, und zwar die einzige, auf die Verlass ist.“

    Mehr: Kaum Fortschritte bei der Diversität seit 2015: Männer dominieren Banken

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