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Kommentar Freie Corona-Tests für alle? Wenn es so einfach wäre

Der Engpass für Covid-19-Massentests liegt in den Gesundheitsämtern vor Ort. Sie haben sich zu wenig auf die zweite Welle vorbereitet.
12.10.2020 - 07:47 Uhr 1 Kommentar
Viele der neuen Stellen in den Gesundheitsämtern sind noch nicht besetzt. Quelle: dpa
Corona-Teststation in Dresden

Viele der neuen Stellen in den Gesundheitsämtern sind noch nicht besetzt.

(Foto: dpa)

Mit den neuen Corona-Einschränkungen kehrt auch die Debatte darüber zurück, wie den Jüngeren mehr Freiheit gelassen werden kann, ohne die Älteren in Lebensgefahr zu bringen. Wer, wie der Virologe Hendrik Streeck, überzeugt ist, dass es auch mit weniger Einschränkungen geht, begründet dies meist damit, dass man vor allem mehr und schneller testen müsste.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) argumentiert, dass das „Beherbergungsverbot“ für Reisende doch nur ein „Testgebot“ sei.

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Nur: In den Großstädten ist die Realität eine völlig andere. Die Gesundheitsämter kommen mit dem Testen der drastisch steigenden begründeten Verdachtsfälle kaum noch hinter. Die Zeit zwischen Test und Mitteilung des Ergebnisses wird deshalb täglich länger, nicht kürzer – wenn man es überhaupt als symptomfreier Mensch ohne amtlich bestätigten Kontakt zu einem positiv Getesteten zum Abstrich schafft.

Und die Schnelltests, mit denen vor Betreten von Altenheimen und Klubs eine Infektion zuverlässig binnen Minuten festgestellt werden kann? Auch das ist nicht so einfach. Es gibt die Tests nicht; wann sie in großer Stückzahl zur Verfügung stehen werden, ist unklar. Ärzte warnen zudem davor, dass kaum jemand bei sich selbst den Abstrich korrekt ausführen kann.  

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    Solange sich daran nichts ändert, bleiben nur die Abstands- und Masken-Gebote, kombiniert in den Großstädten mit einem Verbot größerer Treffen und Feiern, vor allem in Innenräumen.

    Die Ordnungsämter sind überfordert

    Das eigentlich Erschreckende an der Entwicklung ist, wie wenig vorbereitet einmal mehr die Ämter vor Ort in die zweite Welle trudeln, die wie vorhergesagt pünktlich mit den ersten kühlen Nächten vor drei Wochen begonnen hat. Viele der neuen Stellen in den Gesundheitsämtern sind nicht besetzt.

    Die Ordnungsämter wiederum sind völlig überfordert damit, das Einhalten der Regeln zu kontrollieren. Die recht milden Vorschriften für Abstand und Alltagsmaske wirken jedoch nur dämpfend auf das Infektionsgeschehen, wenn sie gegen die Minderheit der Verweigerer durchgesetzt werden. Die 90 Prozent Rücksichtsvollen müssen sich darauf verlassen können.

    Völlig fahrlässig jedenfalls wäre es in jedem Fall, erst dann zu reagieren, wenn die Intensivbetten knapp werden. Sie werden sich zwei Wochen nach der Zunahme der Infektionszahlen ohnehin füllen, wie man in Spanien, Frankreich und Italien  sehen kann. Statistisch gesehen werden von den jetzt täglich 4000 Neuinfizierten in etwa vier bis sechs Wochen 40 sterben. Das sollte Grund genug sein, auf steigende Infektionszahlen sofort zu reagieren.

    Mehr: Virologe Hendrik Streeck plädiert für weniger Einschränkungen und mehr Tests

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Freie Corona-Tests für alle? Wenn es so einfach wäre"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Verstehe ich das richtig?
      Da der Staat nicht in der Lage ist in 7 Monaten eine vernünftige Teststruktur aufzubauen werden Bürgerrechte eingeschränkt, bis hin zur Abriegelung von Risikogebieten?

      Aber Verbote/Strafen/Polizeikontrollen bis hin zur Kontrolle von Stränden mit Drohnen funktionieren!
      Und keine versammelte Öffentlichkeit protestiert! Ich fasse es nicht.

      Wenn ich an den seinerzeitigen Affentanz wegen der Volkszählung und den damit angeblich einhergehend Grundrechtsbeschränkungen denke, frage ich mich was aus diesem Land geworden ist!

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