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Kommentar Freizeit-Forderung der Mitarbeiter könnte dem Image der Deutschen Bahn schaden

Die Gewerkschaften riskieren mit ihren Forderungen nach mehr Freizeit und Entlastung, dass das Vertrauen ihrer Kunden in die Bahn weiter schwindet.
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Das Verschieben von Kompetenzen hat im Bahn-Vorstand Tradition. Quelle: dpa
Bahnhof Celle

Das Verschieben von Kompetenzen hat im Bahn-Vorstand Tradition.

(Foto: dpa)

Zuerst wurde im Norden kapituliert. Weil der Deutschen Bahn Lokführer fehlen, strich sie Anfang September mehrere Verbindungen in Schleswig-Holstein. Da wirkt es wie ein Anschlag auf den Fahrplan, wenn die Gewerkschaften GDL und EVG in der Tarifrunde erneut mehr Freizeit und Entlastung im Arbeitsalltag fordern.

Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen. Angesichts der desolaten finanziellen Lage des Konzerns hat Bahn-Chef Lutz ein Spardiktat ausgerufen, McKinsey sucht bereits nach Einsparmöglichkeiten. Die Bereitschaft, Geld für zusätzliche Stellen lockerzumachen, um den Beschäftigten mehr Freizeit zu gönnen, dürfte also äußerst begrenzt sein. Ausbaden müssten die zusätzliche Freizeit für einige Bahner dann ihre ohnehin gestressten Kollegen mit Mehrarbeit.

Und selbst wenn es Geld für neue Stellen gäbe: Für Schlüsselpositionen lässt sich dieses zusätzliche Personal ja nicht herbeizaubern. Lokführer sucht die Bahn heute schon oft vergeblich. Wer diesen Personalmangel sehenden Auges verschärft und damit Unpünktlichkeit und Zugausfälle in Kauf nimmt, untergräbt das angeschlagene Vertrauen der Bahn-Kunden weiter.

Das mag ein Grund dafür sein, dass die Gewerkschaften insgesamt mit angezogener Bremse in die am 11. Oktober beginnenden Tarifverhandlungen gehen. Selbst eine auf den ersten Blick üppige Lohnforderung von 7,5 Prozent relativiert sich mit Blick auf die angestrebte zweijährige Laufzeit.

Und viel spricht dafür, dass den Bahnfahrern nervenaufreibende Streiks erspart bleiben. Der in der letzten Runde verabredete „runde Tisch“ und die noch bis 2020 geltende Schlichtungsvereinbarung haben Schärfe aus dem Konflikt zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften und zwischen GDL und EVG untereinander genommen.

Mit Almosen abspeisen wird die Bahn die Beschäftigten aber trotzdem nicht können. Denn das Personal in den Zügen kann am wenigsten für die vom Management verursachte Schieflage des Konzerns.

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