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Kommentar Fünf Dinge, die Unternehmer von Karl Lagerfeld lernen können

Unter dem verstorbenen Designer hat Chanel enorme Erfolge gefeiert. Einige Rezepte von Karl Lagerfeld sind beispielhaft – nicht nur für die Modewelt.
20.02.2019 Update: 20.02.2019 - 15:11 Uhr Kommentieren
Der Designer baute seine Modenschauen zu Multi-Millionen-Spektakeln aus. Quelle: Reuters
Karl Lagerfeld 2015 in Paris

Der Designer baute seine Modenschauen zu Multi-Millionen-Spektakeln aus.

(Foto: Reuters)

Karl Lagerfeld ist tot. Es lebe Karl Lagerfeld. Denn aus den Erfolgen des Chanel-Chefdesigners, der am Dienstag im Alter von 85 Jahren in Paris verstarb, lassen sich durchaus ein paar grundlegende und teils tröstliche Weisheiten destillieren:

  1. Man kann die Welt noch in einem Alter neu erfinden, in dem andere einen schon zum Senioren-Golf abschieben wollen. Lagerfeld war 50, als er bei Chanel die Kontrolle übernahm. Zugegeben, er war schon vorher ein Star, aber erst bei Chanel fand er die Rolle seines Lebens.
  2. Wenn Familienunternehmen langfristiges Denken mit schnellen Entscheidungen und dosiertem Mut zum Risiko verbinden, sind sie jedem Konglomerat überlegen. Das zeigt Chanel ebenso wie das andere Pariser Luxushaus, Hermès. Beide behaupten sich zwischen den Konzernen Kering und LVMH bestens. 2018 meldete Chanel erstmals Zahlen: 8,3 Milliarden Euro Umsatz und 1,8 Milliarden Gewinn konnten sich sehen lassen. Die Chanel-Eigentümer Alain und Gérard Wertheimer haben einen langen Atem bewiesen. Ihr revolutionärster Akt war die Inthronisierung von Lagerfeld zu einer Zeit, als Chanel schon als tot galt. Lagerfeld hatte keine Chance – und nutzte sie.
  3. Investiere klug oder: Lass es auch mal krachen! Lagerfeld baute seine Modenschauen zu Multi-Millionen-Spektakeln aus, als viele dachten, dass Instagram und Co. doch längst alle Kommunikation steuern würden. Aber auch das globale Dorf braucht Lagerfeuer, an denen es sich wärmt. Lagerfelds Credo: „Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt.“
  4. Nicht nur in der Mode ist alles erlaubt, nur Langeweile ist verboten. Mehr als ein Produkt verkauft man immer ein Gefühl, einen Traum, eine Heimat. Das gilt übrigens nicht nur für Roben im Wert von Oberklasse-Limousinen, sondern auch für Akkuschrauber, Paketdienste und Socken. Lagerfeld hat Chanel über seine eigene Echtheit eine tiefe Glaubwürdigkeit verliehen.
  5. E-Commerce ist auch nicht alles. Chanel blieb bislang herrlich archaisch, wenn es ums Geschäft ging. Die Mode ist weiterhin ausschließlich analog in den eigenen Boutiquen erhältlich und „schlicht nicht für den Onlineverkauf geeignet“, sagte Chanels Mode-Chef Bruno Pavlovsky jüngst dem Handelsblatt, womit wir in der Gegenwart des Unternehmens sind.

Kann Virginie Viard, Lagerfelds langjährige Helferin, die sofort zur Nachfolgerin erkoren wurde, mehr als eine Übergangskandidatin sein? Andere Marken haben mit Lagerfeld-ähnlichen Designer-Egos derzeit große Erfolge – von Alessandro Michele bei Gucci bis zu Virgil Abloh bei Louis Vuitton. Pavlovsky ist 56, Gérard Wertheimer 68, sein Bruder Alain 70. Insofern steht Chanel der große Generationswechsel erst bevor.

Mehr: Karl Lagerfeld belebte nicht nur Chanel, sondern die gesamte Modeindustrie wieder. Wie er den letzten Auftritt des großen Designers erlebte, beschreibt der stellvertretende Handelsblatt-Chefredakteur Thomas Tuma.

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