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Kommentar Für Bayers Aktionäre sind die Verkaufserfolge nur ein schwacher Trost

Der Fall der Leverkusener zeigt: Gute Desinvestments reichen nicht, um schlechte Akquisitionen zu kompensieren.
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Das Unternehmen erhält für den Bereich einen Milliarden-Betrag. Quelle: dpa
Bayer verkauft Tierarzneimittel-Sparte

Das Unternehmen erhält für den Bereich einen Milliarden-Betrag.

(Foto: dpa)

Endlich mal wieder etwas, was reibungslos klappt bei Bayer. Mit dem Verkauf der Sparte Tiermedizin für umgerechnet gut 6,8 Milliarden Euro an den US-Konkurrenten Elanco hat der Leverkusener Konzern sein Desinvestment-Programm nicht nur schneller als geplant unter Dach und Fach gebracht. Ähnlich wie vor Jahren bei der Trennung vom Kunststoffhersteller Covestro erzielte er insgesamt auch bessere Konditionen als von vielen erwartet.

Die Verkaufsbilanz von Bayer-Chef Werner Baumann kann sich insofern sehen lassen – zumal man nicht unbedingt die attraktivsten Assets im Angebot hatte. Die Tiermedizin verdient zwar ordentlich, ist gegenüber der Konkurrenz in den vergangenen beiden Jahren aber zurückgefallen und vom Produktsortiment her nicht optimal aufgestellt.

Alles in allem dürften dem Konzern aus den jüngsten Desinvestments brutto nun fast neun Milliarden Euro zufließen – Liquidität, die Bayer bestens gebrauchen kann, um sich für einen vermutlich kostenträchtigen Vergleich in den Glyphosat-Verfahren zu rüsten.

Für die Aktionäre sind die Verkaufserfolge dennoch nur ein schwacher Trost. Denn leider hat das Bayer-Management bei Firmenkäufen in den vergangenen Jahren bei Weitem nicht so viel Talent bewiesen wie als Verkäufer. Seine Akquisitionen entpuppten sich vielmehr durchweg als problematisch.

Die OTC-Sparte von Merck & Co. etwa enttäuschte auf breiter Front, das Hauptprodukt der Pharmafirma Conceptus erwies sich als Totalausfall. Das von dem norwegischen Zukauf Algeta entwickelte Krebsmittel Xofigo floppte in einer wichtigen Studie. Und jetzt kommen die enormen Prozessrisiken, die man sich mit dem Kauf von Monsanto eingehandelt hat, hinzu.

Für die Zukunftsvorsorge wird aus den Desinvestments daher kaum etwas übrig bleiben. Das Geld braucht Bayer, um die Probleme seiner Fehlakquisitionen zu bereinigen. Und selbst dafür wird es kaum reichen.

Mehr: Gemessen am Wert seiner Sparten ist Bayer derzeit unterbewertet. Das zeigt, dass Experten mit Milliarden-Belastungen aus den Glyphosat-Klagen rechnen.

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