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Kommentar Für Cannabis als Medikament dürfen keine Sonderregeln gelten

Cannabis gilt als sanfte Naturmedizin. Doch das Kiffen auf Rezept hat Nebenwirkungen – entsprechend streng muss das Medikament reguliert werden.
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Cannabis-Medizin muss genau wie andere Medikamente auf Nebenwirkungen geprüft werden. Quelle: AFP
Cannabisanbau in der Schweiz

Cannabis-Medizin muss genau wie andere Medikamente auf Nebenwirkungen geprüft werden.

(Foto: AFP)

Was hat uns Deutschen die Zulassung von Cannabis als Medizin vor zwei Jahren schon für Diskussionen verschafft: Kiffen auf Rezept sei nun möglich, die Heilmöglichkeiten der Hanfblüten seien quasi unbegrenzt, und überhaupt müsse Cannabis endlich komplett legalisiert werden.

Die emotional geführte Debatte verliert dabei schnell aus dem Auge, warum Marihuana für bestimmte medizinische Zwecke in Deutschland überhaupt erlaubt wurde.

Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte vor drei Jahren einem schwer kranken Multiple-Sklerose-Patienten zugestanden, dass er zur Linderung seiner Beschwerden Cannabis zu Hause anbauen dürfe. Denn für den Bezug der Blüten aus der Apotheke – mit Sondergenehmigung, versteht sich – hatte der Patient kein Geld.

Wegen dieser Entscheidung hat die Bundesregierung Anfang 2017 das Gesetz für den therapeutischen Einsatz von Cannabis auf den Weg gebracht, um den Heimanbau zu kontrollieren.

Genau hier liegt die Krux: Cannabis ist das einzige therapeutische Mittel, das ohne die sonst üblichen klinischen Studien eingesetzt werden darf und ohne die sonst übliche Nutzenprüfung von den Krankenkassen erstattet werden muss.

Während Medikamente, die diese Nachweise erbracht haben, wegen ihrer Nebenwirkungen am Pranger stehen, gilt Cannabis als sanfte Naturmedizin. Und während die Pharmabranche gerne unter Generalverdacht gestellt wird, geldgierig zu sein, gelten die Cannabisanbauer als hip und entspannt und die Branche schlicht als Börsenwunder.

Es ist Zeit aufzuhören, mit zweierlei Maß zu messen. Immer mehr Studien zeigen: Cannabis kann die Gehirne Heranwachsender irreparabel schädigen und bei allen Nutzern schwere Psychosen auslösen. Es ist die Entscheidung jedes Einzelnen, solche Folgen beim Kiffen zu riskieren.

Aber eine Gesellschaft kann nicht zulassen, dass eine Medizin, die solche Nebenwirkungen hervorrufen kann, weniger streng bewertet wird, als es üblicherweise bei Arzneimitteln geschieht.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Für Cannabis als Medikament dürfen keine Sonderregeln gelten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Unabhängig von der medizinischen positiven Wirkung von Cannabis und den Gefahren ... niemand fordert Cannabis für Jugendliche zu legalisieren, daher ist der Hinweis auf den Jugendschutz irreführend.
    Im Gegenteil: Erst das generelle Verbot schafft den riesigen Schwarzmarkt, ohne Kontrolle und ohne Jugendschutz. In Ländern, wo legalisiert wurde, sinkt die Zahl jugendlicher Konsumenten.

    Und was die Gefahr der Psychosen beim Konsum, speziell von Erwachsenen angeht ... das ist wissenschaftlich äußerst umstritten, Stichwort „Korrelation und Kausalität“.

    Alles in allem ein sehr einseitiger, irreführender und daher äußerst schwacher Kommentar von Frau Talgheder.

  • Da wünscht sich jemand NOCH MEHR Regulierung (= NOCH MEHR Staat) in der ohnehin über-, über-, über-, überregulierten deutschen Wirtschaft.
    Dabei beginnt wirtschaftliche Prosperität mit DE. Das hat aber selbstverständlich nichts mit Deutschland zu tun (schon mal gar nicht!), sondern mit den Schlüsselbegriffen
    - DEzentralisierung und
    - DEregulierung.

    Was Drogen betrifft, befürworten Libertäre wie ich im krassen Gegensatz zu den Konservativen die vollständige Legalisierung.
    Was ist letztendlich das Ergebnis der konservativen Hardliner in ihrem "Krieg" gegen die Drogenkartelle und / oder Drogenabhängigen?
    Bis heute zehntausende Tote alleine im mexikanischen Drogenkrieg...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Drogenkrieg_in_Mexiko
    ... oder brutale Morde (zwecks "Abschreckung") durch den Staat an Drogenabhängigen wie auf den Philippinen - wodurch Regierung und "Staatsgewalt" selber zu Schwerstkriminellen werden.
    Wir Libertären sagen dagegen: Man muss den kriminellen Drogenproduzenten das MONOPOL wegnehmen!!!
    Dadurch ließe sich die Schwer- und Schwerstkriminalität, die mit der illegalen Drogenproduktion einhergeht, drastisch reduzieren.
    Freiheit ist letztendlich auch das Recht, unvernünfig zu sein und sich selbst zu schädigen. Wer jedoch Drogen übermäßig konsumiert und süchtig wird, darf dann nicht darauf hoffen, dass die Gesellschaft die Kosten für diese Unvernunft übernimmt. Daher ist die "solidarische" Kostenübernahme durch die Krankenkassen für sündhaft teure Entgiftungen, Entzugsbehandlungen usw. auch konsequent abzulehnen.

    Im übrigen vermisse ich den ehemaligen Mitkommentatoren Peter Spiegel mit seinen Hasch-Aktien. Würde mich sehr interessieren, wie die bis jetzt performt haben... ;-)

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