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Kommentar Für das Kraftwerksgeschäft braucht Siemens eine Lösung mit Augenmaß

Siemens hilft China mit Software beim Bau eigener Kraftwerksturbinen. Die „große Lösung“ für die Krisensparte ist das aber noch nicht.
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Der Konzern schafft sich einen neuen Konkurrenten in einem ohnehin schon schwer umkämpften Markt. Quelle: dpa
Siemens-Turbine im Werk Görlitz

Der Konzern schafft sich einen neuen Konkurrenten in einem ohnehin schon schwer umkämpften Markt.

(Foto: dpa)

Die Bahntechnik hat es vorgemacht: Anfangs kauften die Chinesen Hochgeschwindigkeitszüge im Ausland, Siemens verdiente als Hersteller gutes Geld damit. Später fertigte China erst in Lizenz, um dann eigene Züge zu bauen, mit denen es auch auf die Weltmärkte drängt. Siemens ist seither nur noch Zulieferer.

Bei großen Gasturbinen zeichnet sich ein ähnlicher Prozess ab, der aber schneller verlaufen dürfte. Fast überall auf der Welt ist die Nachfrage nach großen Gasturbinen eingebrochen. China ist einer der wenigen verbliebenen Wachstumsmärkte. Dort könnten in den nächsten Jahren viele schmutzige Kohlekraftwerke durch effiziente Gaskraftwerke ersetzt werden.

Die Chinesen setzen gleich auf den Bau eigener Turbinen – und Siemens hilft ihnen dabei. Die Münchener liefern die sogenannten Designtools, also Software, mit deren Hilfe China eine eigene Turbine auch der großen H-Klasse entwickeln kann.

So schafft sich Siemens einen neuen Konkurrenten in einem ohnehin schon schwer umkämpften Markt. Die Devise in München lautet offenbar: lieber sich selbst kannibalisieren, als den Wettbewerbern das Feld zu überlassen.

Keine Frage, Siemens kann auch in diesem Segment eine wichtige Rolle als Zulieferer spielen. Die „große Lösung“ für die Kraftwerkssparte ist das aber noch nicht.

Investoren hoffen, dass sich Siemens eines Tages ganz von dem Geschäft trennt. Der Konzern könnte sich dann auf die digitalen Industrien und die intelligente Infrastruktur konzentrieren, was höhere Margen und Wachstumsraten verspricht.

Doch so einfach ist dies für Siemens nicht. Eine chinesische Lösung könnte auf Widerstand stoßen – am wahrscheinlichsten ist ein Bündnis mit Mitsubishi. Kraftwerke sind ein Traditionsgeschäft von Siemens, es hängen viele Arbeitsplätze daran. Und die Kunden im profitablen Servicegeschäft erwarten langfristige, stabile Beziehungen. Joe Kaeser muss eine Lösung mit Augenmaß finden, die allen Interessen gerecht wird.

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