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Kommentar Für den Dollar gibt es weitere Abwärtsrisiken

In den vergangenen Tagen hat die US-Währung weiter an Wert gegenüber dem Euro verloren. Bis zu den US-Wahlen ist mit weiteren Ausschlägen zu rechnen.
01.09.2020 - 18:08 Uhr Kommentieren
Die US-Währung hat zuletzt deutlich gegenüber dem Euro abgewertet. Quelle: dpa
Euro-Münze auf Dollar-Schein

Die US-Währung hat zuletzt deutlich gegenüber dem Euro abgewertet.

(Foto: dpa)

Der Dollar setzt seinen Abwärtstrend fort und hat am Dienstag ein neues Zwei-Jahres-Tief zum Euro erreicht. Auch in den nächsten Wochen bestehen deutliche Abwärtsrisiken für die US-Währung – vor allem wegen der bevorstehenden Wahlen in Amerika.

Grund für die Dollar-Schwäche in den vergangenen Tagen sind vor allem die Nachwirkungen des Strategieschwenks der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), den der oberste Währungshüter Jerome Powell am Donnerstag verkündet hatte. Die Fed ist künftig bereit eine höhere Inflation als zwei Prozent zu tolerieren, um Phasen schwächerer Preisentwicklung auszugleichen.

Letztlich heißt das: Die Zinsen in den USA bleiben noch länger niedrig. Die Märkte sehen offenbar durchaus Chancen, dass es der Fed so gelingt, die Inflation anzuschieben. Darauf deuten zumindest die aus Marktpreisen abgeleiteten Inflationserwartungen für die USA hin, die nach Powells Ankündigungen deutlich gestiegen sind. Tendenziell ist das negativ für den Dollar.

Längerfristig machen sich zudem zwei weitere Faktoren bemerkbar, auf die EZB-Direktorin Isabel Schnabel jüngst hingewiesen hat. Zum einen hat sich die wirtschaftliche Stimmung weltweit deutlich verbessert im Vergleich zum Höhepunkt der Krise im März. Damals flüchteten Investoren in den Dollar, der als ultimativer sicherer Hafen in einer Krise gilt. Inzwischen sind sie bereit, höhere Risiken einzugehen, wodurch sich diese Kapitalflüsse umgekehrt haben – zulasten des Dollars.

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    Neben der Dollar-Schwäche spielt aber auch die Stärke des Euros eine Rolle, die unter anderem mit dem EU-Wiederaufbaufonds zusammenhängt. Der 750 Milliarden Euro schwere Fonds ist ein Signal für den finanziellen Zusammenhalt Europas in der Krise.

    Aus Sicht internationaler Investoren mindert dies die Gefahr, dass einzelne Länder den gesamten Währungsraum in Probleme bringen. Zudem finanziert die EU-Kommission den Fonds, indem sie eigene Anleihen ausgibt. Dadurch gibt es ein zusätzliches Angebot sicherer Wertpapiere aus der EU.

    Bislang spielte der US-Wahlkampf am Devisenmarkt noch keine so große Rolle. Das dürfte sich nun ändern, da der Wahltermin im November immer näher rückt. Hier bestehen weitere Abwärtsrisiken für den Dollar. Die Unruhen in vielen Städten der USA zeigen, wie stark die Polarisierung vor den Wahlen ist. Die Gefahr besteht, dass die Situation weiter eskaliert.

    Die bevorstehende Wahl dürfte es auch noch schwerer machen, dass sich Republikaner und Demokraten kurzfristig auf eine stärkere Stützung der Wirtschaft einigen. Bis zur Wahl ist daher mit weiteren stärkeren Ausschlägen des Dollars zu rechnen.

    Mehr: Eine weitere Euro-Aufwertung halte ich für nicht tragbar

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