Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Für die brutale Nadelstichtaktik der Spartengewerkschaften braucht es neue Regeln

Gewerkschaften wie Ufo müssen aufpassen, nicht die gesellschaftliche Akzeptanz zu verlieren. Einzelinteressen wiegen die volkswirtschaftlichen Schäden nicht auf.
Kommentieren
Die Flugbegleiter legen den Luftverkehr lahm. Der Schaden ist groß – es sollte zumindest eine Grundversorgung geben. Quelle: Reuters
Streiks in Frankfurt

Die Flugbegleiter legen den Luftverkehr lahm. Der Schaden ist groß – es sollte zumindest eine Grundversorgung geben.

(Foto: Reuters)

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo legt mal wieder halb Deutschland lahm. Nachdem die Lokführer unter dem berühmten Gewerkschaftschef Claus Weselsky mittlerweile recht friedlich daherkommen, hat man den Eindruck, in der Luftfahrt wird permanent gestreikt. Entweder die Piloten, die Flugbegleiter oder das Bodenpersonal fühlen sich ungerecht bezahlt. Nur die Fluglotsen halten sich normalerweise raus.

Die Spartengewerkschaften sind ein Symptom dafür, dass die großen Gewerkschaften wie Verdi an Bindungskraft verlieren. Klar ist natürlich: Das Streikrecht ist ein hohes Gut in der Verfassung. Auch wenn manche Kunden beim Warten auf den Flughäfen oder einem gestrichenen Flug von einem kompletten Streikverbot träumen. Das ist natürlich keine Option. Aber es kann nicht sein, dass kleine Einzelinteressen riesige volkswirtschaftliche Schäden nach sich ziehen. Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.

Insbesondere bei der Daseinsvorsorge, also der Müllabfuhr, den Kitas, bei der Bahn und den Fliegern sollte der Gesetzgeber über neue Regeln nachdenken. Da muss das Aufrechterhalten einer Grundversorgung ein Element sein. Weiterhin sollte es ein festes Schlichtungsverfahren geben. Man hat ja mittlerweile immer den Eindruck, dass gar kein Einigungswille vorhanden ist. Am Ende gibt es zwar ein Ergebnis, aber das könnte man mit einer obligatorischen Schlichtung schon viel früher haben. Das würde einer manchmal brutalen Nadelstichtaktik der Gewerkschaften zumindest einen Riegel vorschieben.

Auch wenn die Menschen durchaus die Anliegen etwa der Erzieherinnen oder Erzieher in den Kitas durchaus teilen. Eltern fühlen sich oft hilflos und müssen völlig überraschend den Tag neu strukturieren. Die Bahnpendler müssen schauen, wie sie zur Arbeit kommen und bekommen manchmal dort auch noch  Ärger. Spartengewerkschaften wie Ufo sollten deshalb aufpassen, dass sie nicht die gesellschaftliche Akzeptanz verlieren.

Mehr: Flugbegleiter-Streik geht in den zweiten Tag – 415 Ausfälle in Frankfurt.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Für die brutale Nadelstichtaktik der Spartengewerkschaften braucht es neue Regeln

0 Kommentare zu "Kommentar: Für die brutale Nadelstichtaktik der Spartengewerkschaften braucht es neue Regeln"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.