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Kommentar Für die Chemieindustrie wird 2019 ein stürmisches Jahr

Der niedrige Rheinpegel hat BASF und Covestro bereits die Bilanz verhagelt. Doch auf die Branche warten noch gefährlichere Entwicklungen.
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Wegen der niedrigen Pegel konnten wichtige Rohstoffe nicht in die Fabriken von BASF, Covestro und Evonik angeliefert werden. Quelle: imago/Udo Gottschalk
Niedrigwasser am Rhein

Wegen der niedrigen Pegel konnten wichtige Rohstoffe nicht in die Fabriken von BASF, Covestro und Evonik angeliefert werden.

(Foto: imago/Udo Gottschalk)

Welch Folgen ein niedriger Rheinpegel für die Chemieindustrie haben kann, hat sich in den vergangenen Wochen deutlich gezeigt. Frachtschiffe konnten wegen der Wasserknappheit kaum noch wie gewohnt Chemikalien abtransportieren und Rohstoffe anliefern. BASF, Covestro und Evonik mussten an ihren Standorten entlang des Flusses auf teure Speditionen ausweichen, was die Logistikkosten in die Höhe trieb.

Der trockene Rhein war ein Grund für die Gewinnwarnungen, mit denen am Wochenende BASF und zuvor schon Covestro die Börse schockierten. Nun regnet es zwar wieder, doch die Sorgen der Unternehmen werden mit steigendem Rheinpegel kaum sinken. Denn hinter den Gewinnwarnungen verbirgt sich eine gefährliche Entwicklung.

Das Niedrigwasser im Rhein wird bald Geschichte sein – die drückenden konjunkturellen Entwicklungen hingegen nicht. Die Chemie hängt am Wohl und Wehe der deutschen Autoindustrie, die zuletzt schwächelte. Dazu kommen die geopolitischen Risiken, die viele Kunden von Nachbestellungen abhalten. Stattdessen leeren sie ihre Lager – in der Erwartung, dass neue Chemikalien und Kunststoffe demnächst billiger eingekauft werden können.

Purzelnde Preise

Diese Entwicklung hat längst eingesetzt. In weiten Teilen der Chemiebranche purzeln die Preise: Die Anlagen können nicht mehr auf voller Last gefahren werden – nicht nur wegen Nachfrageschwäche, sondern auch, weil die Konkurrenz etwa in China mit Kapazitäten auf den Markt drängt und für Preisdruck sorgt.

Dazu kommt: Bis in den Oktober hinein konnten die Chemiefirmen Preise erhöhen, weil auch der wichtigste Rohstoff Öl deutlich teurer wurde. Seither aber ist der Ölpreis abgestürzt, und die Chemiefirmen müssen diese Ersparnis nun an die Kunden weitergeben.

All das sind Faktoren, die sich anders als der Rheinpegel nicht so schnell ändern werden. Im Gegenteil, schon jetzt lässt sich erahnen, das Jahr 2019 wird für Deutschlands drittgrößten Industriezweig ein stürmisches Jahr.

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