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Kommentar Für Inflationspanik gibt es keinen Anlass

Höhere Preise für Vorprodukte wie Halbleiter und Holz schüren die Angst vor Inflation. Entscheidend ist längerfristig aber die Entwicklung der Löhne.
13.05.2021 - 13:15 Uhr Kommentieren
Niedrige Lagerbestände für Halbleiter, Holz, Stahl und andere Vorprodukte treiben die Preise an. Quelle: dpa
Holztransport

Niedrige Lagerbestände für Halbleiter, Holz, Stahl und andere Vorprodukte treiben die Preise an.

(Foto: dpa)

Die US-Inflation ist im April auf den höchsten Wert seit 13 Jahren gestiegen. Auch in den kommenden Monaten müssen sich Investoren und Verbraucher auf deutlich höhere Preise einstellen. Dennoch: Für Inflationspanik gibt es vor allem in Europa keinen Anlass.

Neben vielen statistischen Sondereffekten treiben aktuell besonders niedrige Lagerbestände für Halbleiter, Holz, Stahl und andere Vorprodukte die Preise an. In den USA beispielsweise war ein Drittel des Inflationsanstiegs im April auf höhere Preise für Gebrauchtwagen zurückzuführen, die um zehn Prozent gegenüber dem Vormonat zulegten.

Die globalen Engpässe bei Chips haben dazu geführt, dass die Autokonzerne weniger neue Fahrzeuge produzieren. Vor allem Mietwagen-Firmen, die ihre Fahrzeugflotten in der Pandemie reduziert haben, versuchen nun, den Bedarf durch Gebrauchtwagen zu decken. Das treibt die Preise.

Allerdings ist kaum zu erwarten, dass diese Effekte dauerhaft anhalten. Wenn die Läger erst mal gefüllt sind und die Unternehmen ihre Produktion hochfahren, sollten die Engpässe überwunden sein – und damit auch die verbundenen Preiseffekte. Entscheidend für die langfristige Inflation ist die Entwicklung der Löhne. Erst wenn sie deutlicher steigen, ist mit dauerhaft höheren Preisen zu rechnen.

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    Bislang ist davon aber wenig zu spüren. Im Gegenteil: Durch die Pandemie ist die Arbeitslosigkeit in Europa gestiegen. Geschäfte in Innenstädten, Restaurants, Hotels, Fluggesellschaften – viele Branchen haben massiv unter der Pandemie gelitten.

    Noch verdeckt die Kurzarbeit die Folgen zum Teil, aber die Arbeitslosigkeit steigt. Solange sie hoch ist, sind deutlich höhere Löhne kaum denkbar. Das gilt vor allem für Euro-Länder wie Italien, Spanien und Griechenland, wo die Arbeitslosigkeit schon vor der Corona-Pandemie bei zehn Prozent und mehr lag.

    In den USA ist eher mit steigenden Löhnen zu rechnen

    Etwas anders ist die Situation in den USA. Dort stützt die Regierung von Präsident Joe Biden die Wirtschaft mit einem riesigen Konjunkturpaket viel stärker als in Europa. Zudem war dort die Arbeitslosigkeit schon vor der Pandemie geringer. Daher ist in den USA eher mit steigender Lohnentwicklung und einer dauerhaft höheren Inflation zu rechnen.

    Noch aber zeichnen sich auch dort keine deutlich höheren Löhne ab. Im April sind zum Beispiel weit weniger neue Jobs entstanden, als Ökonomen erwartet hatten. Das kann sich natürlich ändern.

    Für Investoren ist die Entwicklung in den USA wichtig, weil sie den Takt für die internationalen Kapitalmärkte vorgeben. Doch selbst für den Fall, dass es dort ein Inflationsproblem geben sollte, ist das Risiko in Deutschland und Europa nach wie vor gering.

    Mehr: Schwankende Aktienmärkte verunsichern Anleger

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