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Kommentar Für Investmentbanker brechen 2019 sehr harte Zeiten an

Die Investmentbanker in Deutschland sind erfolgsverwöhnt. 2018 war ein Superjahr. Damit ist jetzt Schluss.
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Nach einem erneut fetten Jahr dürfte im Investmentbanking künftig Eiszeit herrschen. Das liegt vor allem am Markt für Fusionen und Übernahmen. Quelle: dpa
Finanzplatz Frankfurt

Nach einem erneut fetten Jahr dürfte im Investmentbanking künftig Eiszeit herrschen. Das liegt vor allem am Markt für Fusionen und Übernahmen.

(Foto: dpa)

FrankfurtUnter den Investmentbankern herrscht Begeisterung. Gerade bei Fusionen und Übernahmen (M&A) läuft das Geschäft in Deutschland rekordverdächtig rund, auch wenn das Niveau des Superjahres 2007 vor der Finanzkrise wohl nicht ganz erreicht wird. Ähnlich sieht es bei Anleiheemissionen aus. Und um das Ganze im Positiven abzurunden: Der Rückgang bei Börsengängen und anderen Aktienemissionen fällt minimal aus.

Zusammengenommen: 2018 war ein Superjahr. Doch damit ist auch schon das Beste erzählt.

Denn 2019 wird eindeutig viel schlechter werden. Das lässt sich schon heute sagen. Auf die Geldhäuser kommt im Investmentbanking ein schwieriges Jahr zu. Alles andere als ein Einbruch der Geschäfte um ein Fünftel oder mehr wäre bei M&A eine Überraschung. Gleiches gilt für Börsengänge.

Der Grund muss nicht lange gesucht werden. Politische Unsicherheiten prägen auch hier das Geschäft. Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, aber auch politische Unsicherheit in Europa – derzeit etwa in Frankreich – zehren an den Nerven der Investoren, das lässt sich am besten an der Entwicklung am Aktienmarkt ablesen. Stimmungsbarometer wie der Ifo-Geschäftsklimaindex im Dezember brechen ebenfalls ein.

Die Folgen für die Konjunktur sind bereits spürbar. Eine Rezession ist zwar nicht zu befürchten, sofern sich die Lage nicht zuspitzt, aber die Unternehmen halten sich mit Transaktionen lieber zurück, bis wieder ein klarer Trend absehbar ist.

Es könnte allerdings auch viel schlimmer kommen. Der Handelszwist mit den USA macht Unternehmen und Märkte nervös. Auch beim geplante Austritt der Briten aus der EU dominiert Unklarheit. Zudem weiß niemand so recht, wie es im Streit zwischen der EU und Italien weitergeht. Selbst Frankreich ist nach den massiven Demonstrationen der Gelbwesten vom Pfad der Tugend beim eigenen Haushalt abgewichen.

All das lässt weitere starke Kursschwankungen befürchten und muss erst ausgeräumt sein, bevor die Märkte und damit auch die Unternehmen aufatmen können.

Besteht bei den Streitigkeiten wegen des Handels noch die Chance auf eine Lösung, so gibt es bei M&A ein Thema, das sicherlich in den nächsten Jahren belastend bleibt: strengere Auflagen bei Übernahmen. Das gilt insbesondere für die US-Investitionskontrolle Cfius, die sich mit ihren Verboten zum Schrecken aller Fusionswilligen entwickelt hat.

Das Beispiel Bayer schreckt ab

Gleichzeitig lassen sich die Kartellbehörden inzwischen so viel Zeit mit der Überprüfung von Übernahmen wie niemals zuvor. Wenn beispielsweise der Pharma- und Chemiekonzern Bayer mehr als zwei Jahre bis zur Genehmigung der Fusion mit dem Konkurrenten Monsanto benötigt, dann lähmt das Konzerne grundsätzlich viel zu lange. Wer weiß zudem schon, was in zwei Jahren ist?

Eigentlich ist das ein Dealbreaker der besonderen Art. Ein derart zäher Prozess der Fusionsprüfung, den die Welt so bislang nicht kannte, macht internationale Übernahmen eigentlich unmöglich, zumindest aber höchstgefährlich für alle Beteiligten.

Managern in den Unternehmen bleibt wenig anderes übrig, als Megadeals abzuschreiben und sich auf regionale Übernahmen zu konzentrieren. Das wird sich im nächsten Jahr an den Zahlen ablesen lassen. An ein rekordverdächtiges Geschäft im Investmentbanking ist ohne Großfusionen nicht zu denken. Im Gegenteil: Brechen die Volumina bei M&A und Aktienemissionen ein, dann werden Investmentbanker ihren Job verlieren.

Was für ein Glück, dass durch den Brexit neue Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen. Investmentbanker müssen flexibel sein.

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