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Kommentar Für Millionen Amerikaner bleibt Trump der gefühlte Präsident

Das Fundament der US-Demokratie hält, inmitten einer multiplen Krise aus Pandemie und Vertrauensverlust. Trump wird trotzdem weiter versuchen, es zu erschüttern – von außen. 
14.12.2020 - 17:54 Uhr 2 Kommentare
Dutzende Gerichte haben Trumps Klagen abgewiesen. Quelle: AP
Donald Trump

Dutzende Gerichte haben Trumps Klagen abgewiesen.

(Foto: AP)

In anderen, normalen Zeiten bekommt das US-Wahlkollegium wenig Aufmerksamkeit. Alle vier Jahre bestimmen die Wahlleute des Electoral College im Dezember den künftigen Präsidenten, in der Regel ist das Interesse zu diesem Zeitpunkt längst weitergezogen. Doch Trumps Feldzug gegen die Demokratie hält die Nation in einer Zeitschleife gefangen und sorgt dafür, dass jeder Schritt eines sonst relativ öden Prozesses bewacht und verteidigt werden muss.

Der Deutungskampf um die Präsidentschaftswahlen ist nicht nur symbolisch, sondern gefährlich real. So musste etwa der Bundesstaat Michigan seine Wahlleute vor Gewaltandrohung schützen. In Washington gerieten in den Tagen vor der Abstimmung extreme Trumpisten mit Gegendemonstranten aneinander.

Trump hat Hass wie diesen nicht erfunden. Aber er nährt ihn systematisch, hat Provokation zum Grundprinzip seines Regierens erklärt – und er streut ihn weit über das Ende seiner politischen Karriere hinaus. Was von seiner Präsidentschaft bleibt, ist die Verfestigung zweier Realitäten. Die formale, offizielle Gewissheit wird begleitet von einer gefühlten Wahrheit, die das Weiße Haus früh mit dem Schwur auf „alternative Fakten“ legitimierte.

Das Schweigen der Republikaner

Zwar zeigte das Ritual am Montag zum wiederholten Male, dass die Institutionen der USA funktionieren. Dutzende Gerichte haben Trumps Klagen abgewiesen, sein eigener Justizminister sah keine Hinweise auf Wahlbetrug.

Sogar vor dem Supreme Court, dessen Besetzung er nach seinen Vorstellungen formen konnte, scheiterte Trump. Und auch wenn das Electoral College kaum noch zeitgemäß ist und die Gesamtheit der Wähler schlecht repräsentiert, hat es doch standgehalten gegen Trumps Putschversuche.

Joe Biden wurde am Montag vom Electoral College zum nächsten US-Präsidenten gewählt. Quelle: AP
Joe Biden

Joe Biden wurde am Montag vom Electoral College zum nächsten US-Präsidenten gewählt.

(Foto: AP)

Das Wahlkollegium hat Biden rechtmäßig zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten bestimmt und seine Stellvertreterin Kamala Harris zur ersten Vizepräsidentin. Joe Biden wird damit sein Amt am 20. Januar antreten und die Präsidentschaft seines Vorgängers beenden können.

Entscheidende Etappen seit den Wahlen im November wurden trotz des Dauerfeuers aus dem Weißen Haus bewältigt – oft gegen den Widerstand von mit Trump verbündeten Republikanern, die entweder schweigen oder die Wahlen zur Farce erklären.

Das Fundament der amerikanischen Demokratie hält, inmitten einer multiplen Krise aus Pandemie und Vertrauensverlust. Und doch ist Trumps nun besiegelte Niederlage kein Ende im üblichen Sinne, aus dem ein Neustart frei erwachsen kann.

„Es ist noch nicht vorbei“, droht Trump und dürfte recht behalten. Millionen Menschen glauben an die Legende eines Wahlbetrugs und betrachten Trump als Anführer einer starken Bewegung. Für viele wird er Präsident bleiben. Auch wenn im Weißen Haus längst jemand anderes sitzt. 

Mehr: Warum das Rennen in Georgia die Präsidentschaft von Joe Biden entscheidend prägen wird.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Für Millionen Amerikaner bleibt Trump der gefühlte Präsident"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bleibt zu hoffen, das doch noch die vernünftigen und intelligenten Kräfte
    in dem Land siegen. Als Führer einer demokratischen Nation sollte man
    sich auch erster Staatsdiener (!) sehen.
    Derzeit wäre es angebracht die Nation zu einen und Corona zu bekämpfen.

  • Nach meiner Einschätzung ist ein großer Bumm in den USA nicht mehr ausgeschlossen. Es gab Leaks, wodurch eine massive Unterwanderung von US-Institutionen mit Mitgliedern der kommunistischen Partei Chinas offengelegt wurde.

    Teile der Armee fordern die Ausrufumg des Kriegsrechts.

    Bleibt spannend.

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