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Kommentar Für Private-Equity-Fonds kommt die Stunde der Wahrheit

Die Private-Equity-Fonds haben von der Finanzkrise profitiert. Jetzt müssen die Investoren im Abschwung zeigen, dass sie mehr können als Jobs abzubauen.
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Frankfurter Börse. Die Kursrückschläge an den Aktienbörsen färben auf die Bewertungen der Portfoliounternehmen ab und erfordern Wertberichtigungen. Quelle: Imago
Börse Frankfurt

Frankfurter Börse. Die Kursrückschläge an den Aktienbörsen färben auf die Bewertungen der Portfoliounternehmen ab und erfordern Wertberichtigungen.

(Foto: Imago)

Für die Private-Equity-Fonds waren die Jahre seit der Finanzkrise vor gut einer Dekade wie ein nicht enden wollender Goldrausch. Die institutionellen Geldgeber – darunter Pensionskassen, Stiftungen und Versicherungen  – steckten angesichts rekordniedriger Zinsen für Staatsanleihen viele Milliarden in die Beteiligungsbranche, die ihnen bis heute Renditen von zehn bis 20 Prozent verspricht.

Die Finanzinvestoren kauften damit alles, was in die Auktionen kam, und trieben die Preise für Unternehmen in bis dato ungekannte Höhen. Doch jetzt schlägt auch für die Private-Equity-Branche die Stunde der Wahrheit. Die Kursrückschläge an den Aktienbörsen färben auf die Bewertungen der Portfoliounternehmen ab und erfordern Wertberichtigungen. Gleichzeitig trüben sich die Gewinnaussichten für die Firmen wegen der konjunkturellen Abkühlung ein.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Branche zu Recht das Image der „Heuschrecke“ abstreifen konnte. Seit Jahren flüstern die PR-Strategen der Öffentlichkeit und auch der Politik ein, dass die Finanzinvestoren über eine „Buy and Build“-Strategie den Wert der übernommenen Firmen steigern und dabei Arbeitsplätze schaffen.

Aber Fragezeichen sind erlaubt, ob diese Argumente auch in einem Abschwung gelten. Die Bewertungen waren Mitte 2018 jedenfalls so hoch wie zuletzt 2006/2007 vor dem Crash an den Märkten. Gleichzeitig wurde die Aufnahme von Krediten für Firmenkäufe durch einen riesigen Kapitalüberhang erleichtert, die Klauseln in den Finanzierungsverträgen zur Verhinderung von Ausfällen wurden immer laxer.

Wenn sich die Rahmenbedingungen jetzt rasch verschlechtern, dann wird sich zeigen, was von den Versprechungen der Finanzinvestoren übrig bleibt. Sollten sie sogar Vorreiter werden beim Abbau von Jobs, weil die Finanzakrobatik und nicht „Buy and Build“ im Vordergrund stand, dann dürfen wir sie auch getrost wieder Heuschrecken nennen.

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