Store in New York

Abgeordnete in den Vereinigten Staaten deuten die Fusionspläne der Telekom-Tochter T-Mobile US mit Sprint als Nebenkriegsschauplatz im Kräftemessen mit China um.

(Foto: dapd)

Kommentar Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint im Sperrfeuer der Politik

Das politische Lagerdenken färbt immer mehr auf die Unternehmenswelt ab. Die Telekom droht als nächstes in den US-Streit mit China zu geraten.
Kommentieren

Aus Sicht einiger Politiker in den USA ist die Welt ganz einfach. China ist der große Rivale. Nur durch einen harten Konfrontationskurs lassen sich die Gegenspieler in Peking in Schach halten. Doch wie überzogen das Lagerdenken ist, zeigt der Umgang mit den Fusionsplänen der Telekom-Tochter T-Mobile US mit Sprint.

Statt den Zusammenschluss mit Blick auf Chancen für den US-Markt zu betrachten, wollen einige Abgeordnete den Fall als Nebenkriegsschauplatz im Kräftemessen mit China umdeuten. In einem Brief an den US-Finanzminister Steven Mnuchin werfen sie der Sprint-Mutter Softbank vor, mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei zusammenzuarbeiten. Hinter Huawei vermuten sie den chinesischen Staat. Dieser Logik folgend, fordern sie eine besonders kritische Prüfung der Fusionspläne.

Donald Trump selbst fährt einen Schlingerkurs. Erst hatte er die Stimmung gegen chinesische Firmen in den USA angeheizt. Als dann dem chinesischen Netzwerkausrüster ZTE der Totalausschluss vom US-Markt drohte und sich sogar der chinesische Präsident Xi Jinping in den Fall einschaltete, machte sich Trump plötzlich für einen Kompromiss stark. Der Kurswechsel im Umgang mit ZTE scheint die Diskussion in den USA jedoch nicht entspannt, sondern eher neu entfacht zu haben.

Es ist wichtig und richtig, dass die US-Behörden große Veränderungen auf dem wichtigen Telekommunikationsmarkt genau prüfen. Ein funktionierender Wettbewerb ist ein hohes Gut. Aber hinter dem Deal die Gefahr einer Unterwanderung durch China zu fürchten ist völlig überzogen. Das eine Thema hat mit dem anderen nichts zu tun.

Diese Erkenntnis nützt den Managern bei der Telekom und T-Mobile US jedoch wenig. Sie können nur hoffen, dass die US-Regierung ihren Fusionsplan nüchtern aus wirtschaftlicher Sicht beurteilt und dass sie nicht zu einem Spielball im Kräftemessen mit zwischen den USA und China werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint im Sperrfeuer der Politik

0 Kommentare zu "Kommentar: Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint im Sperrfeuer der Politik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%