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Kommentar Fusionen unter Banken sind nicht immer eine sinnvolle Lösung

Zu viele deutsche Banken sind unprofitabel. Zusammenschlüsse können zwar einen Teil der Probleme lösen, doch eine Allzweckwaffe sind sie nicht.
28.12.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Obwohl vielen Banken die kritische Größe fehlt, ist nicht jede Fusion sinnvoll. Quelle: dpa
Bankentürme in Frankfurt

Obwohl vielen Banken die kritische Größe fehlt, ist nicht jede Fusion sinnvoll.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für Kunden mag der harte Wettbewerb unter deutschen Banken ein Segen sein, für viele der Kreditinstitute ist er ein Fluch. Für die deutsche Bankenlandschaft ist das doppelt gefährlich: Bleibt die Profitabilität zu lange auf der Strecke, fehlen auf Dauer die Mittel für wichtige Zukunftsinvestitionen, die gerade jetzt im Digitalen so nötig wären.

Die fehlende kritische Masse vieler Banken verschärft dieses Problem zusätzlich. Geht das so weiter, dürften die meisten deutschen Banken zu den Verlierern der Digitalisierung zählen.

Welcher finanzielle Hebel in Fusionen stecken könnte, zeigt ein Blick auf das Verhältnis von Bankmitarbeitern zur Bevölkerungszahl. In keiner großen europäischen Volkswirtschaft gibt es, gemessen an der Bevölkerungszahl, so viele Banken und so viele Banker wie in Deutschland. Dafür gibt es weit weniger Filialen als im Durchschnitt der Euro-Zone.

Das zeigt die Kehrseite der Vielfalt: Viele Ressourcen fließen in Vorstände, Bankzentralen und Verwaltungsaufgaben - und nicht in Bankberater, IT-Spezialisten und höhere Investitionsbudgets.

Bei aller Liebe zur Vielfalt, an mehr kritischer Masse führt auf Dauer kein Weg vorbei. Die Kooperation der Deutschen Bank mit Google ist in dieser Hinsicht symbolisch. Selbst Deutschlands größtes Kreditinstitut verbündet sich mit einem amerikanischen Internetriesen, um die notwendigen Innovationen stemmen zu können.

Alle müssen an einem Strang ziehen

Natürlich können auch Kooperationen fehlende Größe bis zu einem gewissen Grad ersetzen. Die Finanzverbünde der Sparkassen und Volksbanken haben beispielsweise gemeinsame IT-Dienstleister. Das kann aber nur dann eine sinnvolle Alternative sein, wenn auch wirklich alle an einem Strang ziehen. Das ist aber längst nicht immer der Fall.

Trotzdem macht auch dieser Schritt nicht aus jeder Fusion automatisch eine sinnvolle Lösung. Das gilt erst recht, wenn sich die beiden Partner eher ähneln als ergänzen. So eine Kombination zielt - neben Kostensenkungen - auf mehr Preis- und Marktmacht. Diese Wette ging in Deutschland selten auf.

Wann immer hierzulande eine Lücke entstand - sei es durch den Kauf der Dresdner Bank durch die Commerzbank oder durch den Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank -, es fanden sich immer Anbieter, die diese Lücke gern wieder füllten. Denn die deutsche Volkswirtschaft zieht Anbieter aus dem Ausland fast magisch an.

Vielversprechender sind daher Fusionen unter Kandidaten, die sich ergänzen - entweder regional oder wegen unterschiedlicher Geschäftsschwerpunkte. Die Europäische Zentralbank will Fusionen unter Banken gern fördern.

Prinzipiell ist das eine gute Idee - aber eben nicht um jeden Preis.

Mehr: Warum deutsche Geldhäuser um Fusionen nicht herumkommen.

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