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Kommentar Gegen die Egos in Athen und Ankara hilft nur eine gemeinsame Strategie

Der Streit zwischen Griechenland und der Türkei im Mittelmeer eskaliert. Das liegt auch an unterschiedlichen Strategien Deutschlands und Frankreichs.
31.08.2020 - 12:18 Uhr Kommentieren
Im östlichen Mittelmeer werden große Erdgasvorkommen vermutet. Die Türkei erkundet dort Seegebiete, die Griechenland für sich beansprucht. Quelle: dpa
Militärübung der griechischen Marine

Im östlichen Mittelmeer werden große Erdgasvorkommen vermutet. Die Türkei erkundet dort Seegebiete, die Griechenland für sich beansprucht.

(Foto: dpa)

Geopolitik ohne genaue Regeln ist wie ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter. Genau das zeigt sich gerade im östlichen Mittelmeer, wo sich die Türkei und Griechenland um Seegrenzen und potenzielle Erdgasvorkommen streiten. Beide Länder lassen ihre Marine und Luftwaffe auffahren, Beobachter fürchten einen Krieg zwischen den beiden Nato-Partnern.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) pochte an diesem Montag auf eine gemeinsame europäische Außenpolitik, beispielsweise gegenüber Weißrussland, aber auch der Türkei. Das ist richtig.

Doch während Deutschland die Regierungen in Athen und Ankara an den Verhandlungstisch bringen möchte, stellt sich Frankreich demonstrativ hinter Griechenland. Diese „Good cop, bad cop“-Strategie ist falsch.

Zwar gilt das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Doch bei Streitigkeiten heißt es in Artikel 59, dass sich die beteiligten Staaten „unter Berücksichtigung aller Umstände“ selbst einigen sollen.

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    Kein Wunder, dass viele Länder erst dann dem Abkommen beigetreten sind, nachdem sie Grenzstreits mit Nachbarländern bilateral gelöst haben; Griechenland 1995, Kanada 2003, Marokko 2007, Thailand erst 2011. Die Türkei ist bis heute nicht beigetreten, die USA übrigens auch nicht.

    Das Problem ist also nicht nur eines zwischen zwei ehemaligen Erzfeinden. Es geht auch darum, dass beide Regierungen das meiste für sich herausholen wollen in einer Angelegenheit, für die das internationale Recht keine genauen Verhaltensregeln bereithält. Mit anderen Worten: Es herrscht Anarchie.

    Mehr Militär heißt höhere Kriegsgefahr

    Dass sich die Bundesregierung als Vermittlerin bereit erklärt, ist löblich. Die Entsendung französischer Truppen ins Mittelmeer und auf griechische Inseln ist hingegen fatal und heizt die Gefahr eines Krieges nur noch weiter an.

    Die Beilegung des Streits ist daher auch ein Test für die EU. Nur gemeinsam können Berlin und Paris etwas erreichen. Die „Good cop, bad cop“-Strategie hat bisher nur weitere Eskalationen ausgelöst.

    Es braucht nicht mehr Militär in der Region, sondern mehr Gespräche an einem runden Tisch. Nur so können „alle Umstände“, wie es das Abkommen verlangt, verhandelt werden. Mit einer Waffenschau wird es nur noch schlimmer.

    Mehr: Türkische Wirtschaft bricht nicht so stark ein wie erwartet – zum Preis einer schwachen Währung

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