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Kommentar Gegenmittel für Hetze im Netz – klassische Medien sind unersetzlich

Viele informieren sich nur über soziale Netzwerke – in Myanmar zementiert das die Machtverhältnisse. Das zeigt, wie relevant klassische Medien sind.
03.09.2018 - 18:18 Uhr Kommentieren
In Zeiten sozialer Medien kommt den klassischen Medien eine besonders wichtige Rolle zu. Es liegt an ihnen, seriös und ausgewogen zu berichten, um Fake News und Hetze entgegenzuwirken. Quelle: dpa
Qualitätspresse

In Zeiten sozialer Medien kommt den klassischen Medien eine besonders wichtige Rolle zu. Es liegt an ihnen, seriös und ausgewogen zu berichten, um Fake News und Hetze entgegenzuwirken.

(Foto: dpa)

Eine bizarre Falle: Erst lud die Polizei die Reporter zum Essen ein, dann gab sie ihnen geheime Dokumente – um sie kurz darauf genau dafür festzunehmen. Was nach einer Szene aus einem Monty-Python-Film klingt, erreichte am Montag sein brutales Finale: Die zwei Reuters-Journalisten müssen wegen Geheimnisverrats sieben Jahre ins Gefängnis.

Der Aufschrei der myanmarischen Bevölkerung bleibt aus. Volksheldin, Friedensnobelpreisträgerin und Staatsrätin Aung San Suu Kyi hat den Myanmarern zuvor erklärt, dass von westlichen Medien im Zweifel „Fake News” zu erwarten seien. Viele beziehen ihre Nachrichten ohnehin nicht aus klassischen Medien, sondern über Facebook, das für viele Myanmarer identisch ist mit dem Internet.

Dort haben unter anderem radikale Mönche die Meinungshoheit – und hetzen gegen Minderheiten. Die Vereinten Nationen machen die Hassbotschaften auf Facebook mitverantwortlich für die Vertreibung der muslimischen Minderheit der Rohingya. Alles weit weg von Deutschland, könnte man meinen. Weit gefehlt: In Chemnitz heizten falsche Gerüchte in sozialen Netzwerken den Mob erst richtig an.

Durch Lügen entfachte Wut schwächt die Zivilisation. Facebook selbst hat seine Rolle noch nicht gefunden. Darüber, wie es reguliert werden soll, wird gestritten. Aber wie mächtig es sein kann, zeigt sich ebenfalls in Myanmar. Vergangene Woche hat das Unternehmen 20 wichtige Nutzer gesperrt, darunter den Chef von Myanmars Armee, Min Aung Hlaing. Regierungen können Journalisten ausschalten.

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    Facebook kann Regierungen abschalten. So viel Machtkonzentration ist unheimlich. Gerade jetzt sind klassische Medien deswegen unverzichtbar – vorausgesetzt, sie machen ihren Job gut. Die Reuters-Reporter machten das: Ins Visier des Staats gerieten sie wohl, weil sie über ein Massaker an Rohingya berichteten. Die Regierung räumte das Verbrechen später ein. Die Journalisten waren da schon im Gefängnis.

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