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Kommentar Geld ist ein Versprechen von begrenzter Dauer

Das Coronavirus macht virtuelle Zahlungsmittel attraktiv. Bei Cyber-Viren wäre Bargeld der bessere Schutz. Entscheidend ist die Stabilität der Gesellschaft.
29.04.2020 - 11:20 Uhr Kommentieren
Geld zum Anfassen ist derzeit weniger gefragt. Quelle: Reuters
2-Cent-Münzen

Geld zum Anfassen ist derzeit weniger gefragt.

(Foto: Reuters)

Kein Zweifel – Bargeld ist in der Coronakrise zweite Wahl. Zwar spielt die Ansteckung über die Berührung mit den Händen nur eine untergeordnete Rolle, wenn man sie mit dem Weg über die Atemluft vergleicht. Aber das Coronavirus ist eine Gefährdung, die in der materiellen Welt grassiert. Die virtuelle Welt dagegen bleibt verschont, und damit auch der bargeldlose Zahlungsverkehr, am deutlichsten beim so genannten kontaktlosen Bezahlen.

Es könnte aber auch umgekehrt sein. Vor Ausbruch der heutigen Krise war viel von ganz anderen Viren die Rede – denen, die die virtuelle Welt verseuchen, den Computerviren. Viel häufiger wurde über Cyber-Angriffe und ihre möglichen Folgen als über medizinische Viren geredet. Und – lassen wir uns nicht täuschen – eine Krise auf der Grundlage von virtuellen Viren ist keineswegs Science Fiction, sondern durchaus möglich. Vielleicht werden sogar die Kriege der Zukunft mehr und mehr zumindest auch in der virtuellen Welt stattfinden.

Wenn die virtuelle Welt zusammenbricht und die materielle Welt noch funktioniert, dann ist Bargeld wieder erste Wahl. Dann spielen auch gedruckte Texte oder zumindest unabhängig vom Internet oder anderen vernetzten Strukturen gespeicherte Informationen eine wichtige Rolle.

Jede Krise hat ihr bevorzugtes Zahlungsmittel, manchmal waren es für kleinere Summen auch schon Zigaretten. In einem Punkt sollte es keine Täuschung geben: Geld, egal in welcher Form, ist immer nur ein Versprechen, das auch gebrochen werden kann. Das galt sogar für Silber- oder Goldmünzen, deren Metallgehalt immer wieder von der Obrigkeit verfälscht worden ist.

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    Bargeld scheint reeller zu sein als elektronische Zeichen. Man kann nicht einfach Zinsen davon abziehen. Aber es kann, wie in Indien bei einigen Geldscheinen geschehen, auf einmal für wertlos erklärt werden. Oder es wird durch Inflation entwertet.

    Daher ist es in jedem Fall eine Illusion zu glauben, irgendeine Form von Geld sei außerhalb des sozialen Zusammenhangs wertsicher. Wer stabiles Geld will, muss sich für stabile Verhältnisse einsetzen. In der heutigen Krise ist das paradoxerweise kaum möglich, ohne mit viel zusätzlichem Geld die wirtschaftlichen Strukturen zu erhalten.

    Mehr: Der 100-Euro-Schein ist ein Problem und gehört abgeschafft, meint Frank Wiebe.

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