Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Geldflut für Start-ups – aber Gründer sollten vorsichtig sein

Investoren pumpen derzeit hohe Beträge in Start-ups. Selbst kleine Firmen mit wenigen Mitarbeitern werden mit Geld überhäuft. Ist das noch gesund?
01.12.2020 - 15:56 Uhr Kommentieren
Die Geldschwemme ist eine Chance, gute Geschäftsideen sehr schnell wachsen zu lassen. Quelle: Hero Images/Getty Images
Arbeiten im Start-up

Die Geldschwemme ist eine Chance, gute Geschäftsideen sehr schnell wachsen zu lassen.

(Foto: Hero Images/Getty Images)

Großes Geld für ein kleines Team: 12,67 Millionen Euro sammeln drei junge Gründer aus Düsseldorf für ihr Eintrittskarten-Start-up Vivenu ein – und das mitten in der Corona-Pause. Gerade erst haben sie ihren zweiten Vollzeit-Mitarbeiter eingestellt. Pro Kopf stehen nun also weit über eine Million Euro Risikokapital bereit. Das sei Ergebnis eines Wettbewerbs mehrerer potenzieller Investoren, sagen die Gründer.

Sind solch große erste Wachstumsrunden für Start-ups mit wenig Substanz außer selbst entwickelter Software und ersten Kunden noch gesund? Nach dem Vorbild des Silicon Valley werden auch in Deutschland die Finanzierungsrunden immer größer.

Erstinvestitionen in Millionenhöhe und erste Wachstumsrunden in zweistelliger Millionenhöhe waren früher fast undenkbar, heute sind sie Alltag. Sie spiegeln nicht nur die guten Erfahrungen der Investoren mit europäischen Start-ups wider, sondern auch die Geldschwemme unter den Start-up-Fonds. Im Niedrigzinsumfeld suchen die Anleger renditestärkere, wenn auch risikoreichere Anlagen wie eben Gründungskapital.

Dazu kommt die staatliche Förderung, die das Risiko dämpft. Sie fließt in der Coronakrise noch reichlicher. Zugleich wird Europa attraktiver, weil die Start-ups auch dank Kurzarbeit und Staatshilfe vergleichsweise stabil durch die Krise kommen – oder sogar vom Digitalisierungsschub profitieren.

Die Geldschwemme ist eine Chance, gute Geschäftsideen sehr schnell wachsen zu lassen und gleich voll in Produktentwicklung und Vertrieb einzusteigen. Sie ermöglicht es, globale Champions auch in Deutschland heranzuziehen.

Ein verlockendes Angebot für Gründer

Die Investoren nehmen dabei das Risiko in Kauf, hohe Geldbeträge zu verbrennen. Ihnen reicht es, wenn von zehn Start-ups eines einen lukrativen Exit erreicht – der bei den derzeitigen Bewertungen ebenfalls sehr hoch ausfallen kann.

Für Gründer ist das Angebot an Finanzierungen schmeichelhaft und verlockend. Dennoch sollten sie sich gut überlegen, ob sie das Geld aufnehmen. Denn die großen Finanzierungsrunden erhöhen auch den Erfolgsdruck enorm. Zudem sind die Gründer nicht mehr Herr im eigenen Haus und müssen statt auf ein stabiles Unternehmen in der Regel auf einen Exit per Verkauf oder Börsengang hinarbeiten, das Aus immer vor Augen.

Das ist zwar ein legitimes Vorgehen, das zudem viele Arbeitsplätze und persönlichen Wohlstand schaffen kann. Ebenso legitim ist allerdings das Ziel, ein solides klassisches Familienunternehmen aufzubauen, das ein Berufsleben und überschaubare Renditen abwirft. Die Geldflut fordert von Gründern so auch eine ganz persönliche Entscheidung.

Mehr: Anschub von den 49ers für Start-up Vivenu

Startseite
Mehr zu: Kommentar - Geldflut für Start-ups – aber Gründer sollten vorsichtig sein
0 Kommentare zu "Kommentar: Geldflut für Start-ups – aber Gründer sollten vorsichtig sein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%