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Kommentar Germania-Pleite zeigt, wie Politiker nach Gutsherrenart regieren

Die Bundesregierung mischt sich nicht in die Germania-Insolvenz ein. Vor der Bundestagswahl hat die Politik noch ganz anders reagiert.
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Die im Ausland gestrandeten Passagiere müssen selbst sehen, wie sie nach Hause kommen, es sei denn sie haben eine Pauschalreise gebucht. Quelle: Reuters
Germania

Die im Ausland gestrandeten Passagiere müssen selbst sehen, wie sie nach Hause kommen, es sei denn sie haben eine Pauschalreise gebucht.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Kunden der Fluggesellschaft Germania haben Pech. Der Ferienflieger ging nicht vor, sondern nach der Bundestagswahl in die Insolvenz. Die im Ausland gestrandeten Passagiere müssen selbst sehen, wie sie nach Hause kommen, es sei denn sie haben eine Pauschalreise gebucht. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt zu Recht fest: „Das ist ein Anwendungsfall von Marktwirtschaft“. Punkt aus.

Nur, vor der Bundestagswahl sah diese ordnungspolitische Überzeugung bei Air Berlin noch anders aus. Der von der Regierung gewährte millionenschwere Überbrückungskredit wurde unter anderem damit begründet, dass man die armen Deutschen aus dem Urlaub zurückbringen müsse.

Kanzlerin Angela Merkel, die damalige Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries und viele andere Spitzenpolitiker schalteten sich ein und setzten alle Hebel in Bewegung, um als Retter dazustehen. Da schwang offenbar die Angst mit, dass die Leute ihre Wut in der Wahlkabine freien Lauf lassen würden.

Besonders bitter dürfte den Germania-Kunden die Bemerkung Altmaiers aufstoßen, ihr Fall habe eine „begrenztere Dimension“ als 2017 bei der Pleite von Air Berlin mitten in den Sommerferien.

Was lernen wir daraus? Es wird Politik nach Gutsherrenart betrieben. Was bei Germania wirtschaftspolitisch richtig ist, wäre bei Air Berlin auch angesagt gewesen. Aber den Ärger wollte man sich ersparen und gebracht hat die ganze Hilfsaktion auch nichts. Der Bund rennt immer noch einem Teil seines Geldes hinterher. Von den privaten Gläubigern ganz zu schweigen.

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