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Kommentar Geschlechterdebatte in der CDU: Modern ist nicht gleich Quote

Das Ziel, dass Frauen und Männer gleichermaßen die CDU vertreten, ist berechtigt – eine Pflicht dazu hingegen nicht.
08.07.2020 - 13:41 Uhr Kommentieren
Nicht die Männerwirtschaft und der Klüngel sind das wahre Problem, sondern die Strukturen. Quelle: dpa
Eine Frau erklärt eine an die Wand projizierte Statistik

Nicht die Männerwirtschaft und der Klüngel sind das wahre Problem, sondern die Strukturen.

(Foto: dpa)

Berlin Die CDU will sich modernisieren – und diskutiert den alten Zopf einer Frauenquote. Mit einem entsprechenden Vorschlag zur Parität von der Kreis- bis auf die Bundesebene soll die CDU sichtbar weiblicher werden, wie die Struktur- und Satzungskommission der Partei beschlossen hat.

Die Debatte ist aus der Zeit gefallen, geht es doch heute nicht mehr darum, das einstige Frauenbild der Männer als „Heimchen am Herd“ gewaltig in die Tonne zu treten. Es geht darum, wie Parteien im 21. Jahrhundert überleben.

Die Sorge, die CDU könne nach dem Abschied von Kanzlerin Angela Merkel und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bald schon wieder wie ein Altherrenverein wirken, mag berechtigt sein.

Doch sind nicht Männerwirtschaft und Klüngel das wahre Problem, es sind die Strukturen: Wer wie die Kommission von 14 Uhr bis ein Uhr in der Nacht tagt und deshalb noch am Folgetag die restlichen Tagesordnungspunkte beraten muss, der bietet kein gutes Umfeld – weder für Mütter noch Väter. Das Problem ist lange erkannt, gelöst ist es bis heute nicht.

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    Über die Vorschläge zur Partei in der digitalen Welt, die die Kommission auch beraten hat, spricht nun leider niemand. Dabei ist die Frage weniger, wer Führungsposten besetzt. Die Frage ist: Gibt es genügend Menschen, die sich in Parteistrukturen engagieren wollen?

    Die Mitgliederzahlen belegen: Es ist uncool. Gerade noch 400.000 zahlende Teilnehmer zählt die CDU, während Organisationen wie Fridays for Future regen Zulauf haben und Entscheidungen erzwingen. Politische Haltung reduziert auf wenige Punkte, die sich in sozialen Medien Unterstützer sucht und dann als außerparlamentarische Opposition in den politischen Raum schwappt.

    Ist das die Zukunft der demokratischen Willensbildung? Wohl kaum. Fest steht aber, dass Parteien ohne diese Formate ihren Auftrag der politischen Willensbildung nicht mehr ausreichend erfüllen und weder junge Frauen noch Männer für sich begeistern können.

    Sie gilt es zu fragen, wie für sie moderne Partizipation aussieht. Daraus muss sich dann die moderne Partei entwickeln. Nur so rechtfertigt sie ihre herausgehobene Stellung innerhalb des politischen Systems – samt der finanziellen Unterstützung durch den Steuerzahler.

    Die CDU hat digitale Dialogprozesse gestartet, die SPD hat vor vielen Jahren schon von der Netzwerkpartei geredet, nun gilt es gerade für die Volksparteien, diese Foren in der Partei so zu etablieren, dass eine Verbindlichkeit entsteht, damit die Menschen als Homo politicus auch analog Verantwortung und Ämter übernehmen. Das Ziel, dass Frauen und Männer gleichermaßen die CDU vertreten, ist zu jeder Zeit berechtigt, eine Pflicht ist es nicht.

    Mehr: CDU-Spitze einigt sich auf Frauenquote – Kritik vom Wirtschaftsrat.

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