Kommentar Glencore muss nach Geldwäsche- und Korruptionsvorwürfen transparenter werden

Der Rohstoffriese Glencore sollte mit den US-Behörden kooperieren – und seine Geschäftspartner sorgfältiger auswählen.
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Der Schweizer Rohstoffkonzern sorgt immer wieder für negative Schlagzeilen. Quelle: Reuters
Glencore

Der Schweizer Rohstoffkonzern sorgt immer wieder für negative Schlagzeilen.

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Selten war Post so teuer: Als am Montag publik wurde, dass sich das US-Justizministerium bei Glencore nach fragwürdigen Geschäften erkundigt hat, sackte der Aktienkurs des Rohstoffkonzerns um mehr als zehn Prozent ab. Schlagartig wurden rund fünf Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Die Behörden verlangen die Herausgabe von Dokumenten zu Geschäften in Nigeria, Venezuela und dem Kongo. Es geht um mögliche Geldwäsche und Korruption.

Der enorme Kursverlust spiegelt das Misstrauen der Börse in das Geschäftsmodell von Glencore wider. Lange machte der Konzern auch dort Deals, wo sich andere nicht trauten. Nun scheint es, als könnte ihm genau das zum Verhängnis werden.

Die Vorladung bedeutet noch kein Verfahren, die Details sind unklar. Aber wenn Glencore-Chef Ivan Glasenberg das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen will, muss er jetzt für Transparenz sorgen – und auf fragwürdige Deals verzichten.

Gewiss: Der Rohstoffhandel ist ein schwieriges Geschäft. Glencore ist in 90 Ländern aktiv, in vielen gehört Korruption zum Alltag. Und doch wirft das Gebaren der Schweizer immer wieder Fragen auf. Etwa im Kongo: Um sich dort Schürfrechte zu sichern, ließ sich Glencore auf einen israelischen Geschäftsmann mit besten Verbindungen zu Präsident Joseph Kabila ein – und bekam die Lizenzen günstiger.

Glencore muss Vertrauen zurückgewinnen

Doch der Geschäftsmann landete wegen Geldwäscheverdachts auf der Sanktionsliste der US-Regierung. Trotzdem nahm Glencore die Zahlungen an ihn unlängst wieder auf. Das Beispiel zeigt, wie der Konzern in Grenzbereichen agiert. Kein Wunder, wenn die Aktionäre fürchten, dass womöglich Grenzen überschritten wurden.

Um das Vertrauen zurückzugewinnen, sollte Glencore mit den Behörden kooperieren und die Vorgänge aufarbeiten. Doch das reicht nicht: In Zukunft müssen sich die Schweizer genauer überlegen, welche Deals sie machen wollen – und welche nicht. Sonst kommt sie der nächste Brief aus den USA vielleicht noch teurer zu stehen.

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