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Kommentar Glyphosat-Prozesse: Bayer muss eine Doppelstrategie fahren

Der Konzern muss vor Gericht auf einen Erfolg in der Berufung hinarbeiten. Und dabei eine Einigung mit den Klägern nicht grundsätzlich ausschließen.
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Bis das Verfahren geklärt ist, muss der Konzern eine Doppelstrategie fahren. Quelle: dpa
Bayer

Bis das Verfahren geklärt ist, muss der Konzern eine Doppelstrategie fahren.

(Foto: dpa)

Die jüngste Entscheidung eines US-Richters in den Glyphosat-Verfahren ist für Bayer nur auf den ersten Blick vorteilhaft. Sie enthält zwei Botschaften. Die erste: Wenn die Jurys exorbitant hohe Strafschadenszuschläge verhängen, werden diese später wieder kassiert. Deswegen wird Bayer auch niemals zwei Milliarden Dollar an ein Ehepaar zahlen müssen, wozu der Konzern jüngst verdonnert wurde. So weit, so gut.

Die zweite Botschaft ist problematisch: Die bisherigen Urteile der Jurys sind nicht so abwegig, dass die Richter sie anschließend grundsätzlich infrage stellen. In beiden Verfahren bestätigten sie, dass die von den Klägeranwälten vorgelegten Beweise ausreichend sind, um zu den Urteilen zu kommen.

Das heißt: Bayer kann vor Gericht die Zweifel an der Sicherheit von Glyphosat weiterhin nicht ausräumen. Gleiches gilt für den Vorwurf der Kläger, dass Monsanto mehr Kraft auf die Bekämpfung seiner Kritiker verwendet hat als auf die Sicherheit seiner Produkte. Was auch immer an den Vorwürfen dran ist – dies ist die Realität vor Gericht.

Investoren wie der Hedgefonds Elliott drängen deswegen auf einen zügigen außergerichtlichen Vergleich, selbst wenn er sieben Milliarden Dollar kosten würde. Diese Option muss Bayer in den nächsten Monaten prüfen. Die Märkte sind mittlerweile bereit, eine Vergleichssumme in der genannten Größenordnung zu akzeptieren – Hauptsache, der Aktienkurs wird von der bleiernen Last befreit.

Gegen einen schnellen Vergleich spricht, dass der Höhepunkt der Verfahren noch nicht erreicht ist. Ganz entscheidend wird sein, ob sich Bayer in der zweiten Instanz durchsetzen kann. Das wird aber frühestens in einigen Monaten klar sein. So lange wird Bayer eine Doppelstrategie fahren: Einerseits muss der Konzern weiter auf einen Erfolg in der Berufung hinarbeiten. Zugleich muss Bayer Investoren wie Elliott das Gefühl geben, dass eine Einigung mit den Klägern nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist. Ein Spagat.

Mehr: Der Richter im zweiten Verfahren senkt den Schadenersatz auf 25 Millionen Dollar – Er hält das Verhalten von Monsanto aber ebenfalls für „verwerflich“.

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