Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Grenzkontrollen in der Irischen See: Im Streit über Nordirland geht es um die Wurst

Ein Handelskrieg zwischen der EU und Großbritannien würde die wirtschaftlichen Probleme für beide Seiten vergrößern. Und London setzt zudem den Ruf des Landes aufs Spiel.
10.06.2021 - 17:39 Uhr 1 Kommentar
Der britische Brexit-Minister Lord David Frost (r.),  sitzt bei einem Treffen Maros Sefcovic (l.), dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, gegenüber. Beide Seiten sprechen über die Umsetzung der Brexit-Abkommen, im Mittelpunkt der Gespräche steht das sogenannte Nordirland-Protokoll. Quelle: dpa
Schwierige Verhandlungen

Der britische Brexit-Minister Lord David Frost (r.), sitzt bei einem Treffen Maros Sefcovic (l.), dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, gegenüber. Beide Seiten sprechen über die Umsetzung der Brexit-Abkommen, im Mittelpunkt der Gespräche steht das sogenannte Nordirland-Protokoll.

(Foto: dpa)

Im quälenden Streit zwischen London und Brüssel über die Handelsgrenze in Nordirland geht es im wahrsten und im politischen Sinne um die Wurst. Großbritannien weigert sich, die im Brexit-Vertrag zugesagten Grenzkontrollen in der Irischen See umzusetzen, weil sie, so London, undurchführbar seien. Die EU beharrt dagegen auf den vertraglichen Zusagen, weil sie sonst befürchten muss, dass Waren aus Großbritannien über Nordirland unkontrolliert in den Binnenmarkt gelangen. Gegenstand des Handelsstreits sind unter anderem tiefgefrorene Würste.

Dass sich jetzt sogar US-Präsident Joe Biden in den europäischen Nachbarstreit einschaltet, zeigt, wie brenzlig die Situation ist. Der Amerikaner mit irischen Wurzeln fürchtet um das sogenannte Karfreitagsabkommen, mit dem 1998 der Bürgerkrieg auf der Insel offiziell beendet wurde. Erneute Spannungen zwischen der britischen Provinz und dem zur EU gehörenden Rest der irischen Insel könnten den Konflikt wieder aufflammen lassen.

Die Gefahr ist durchaus real: Neue Grenzkontrollen zwischen Nordirland und der Republik Irland würden schnell zur Zielscheibe von gewaltbereiten Extremisten. Genau das soll das Nordirland-Protokoll dadurch verhindern, dass die Provinz sich weiterhin an die EU-Vorschriften hält. Biden hat deshalb bei seinem Besuch in Großbritannien den Druck auf den britischen Premier Boris Johnson merklich erhöht und warnt ihn davor, den Konflikt durch eine kompromisslose Haltung noch weiter anzustacheln.

Wie schon bei den langwierigen Brexit-Verhandlungen wird auch diesmal wieder ein Kompromiss durch gegenseitige Schuldzuweisungen erschwert. Brüssel bezichtigt Johnson des Vertragsbruchs und droht mit Strafzöllen, London wehrt sich gegen Drohgebärden und hat einseitig die vereinbarten Übergangsfristen verlängert.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Johnson ist eindeutig in der Bringschuld. Nicht nur, weil er international Ruf und Vertrauen seines Landes aufs Spiel setzt, wenn die britische Regierung das Prinzip der Vertragstreue, „pacta sunt servanda“, offen infrage stellt. Der britische Premier hat zudem immer wieder versichert, dass er die „Nordirland-Frage“ mit Geschick und Technologien lösen werde. Nur so war überhaupt eine Einigung beim Ringen um den Austrittsvertrag möglich. Warum die EU dennoch bislang keinen vollen Zugang zum Computersystem der britischen Zollbehörden hat, um die Warenbewegungen in Nordirland zu kontrollieren, bleibt deshalb ein Rätsel.

    Obwohl im Recht, kann auch Brüssel kein Interesse daran haben, den Streit über Nordirland in einen Handelskrieg mit Großbritannien eskalieren zu lassen. Beide Seiten haben im Moment andere Sorgen, als sich über Standards zu zerstreiten, die während der britischen EU-Mitgliedschaft jahrzehntelang unstrittig waren.

    Mehr: Handelskammer in London sieht keine Chance für Abkommen mit USA

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Grenzkontrollen in der Irischen See: Im Streit über Nordirland geht es um die Wurst
    1 Kommentar zu "Kommentar: Grenzkontrollen in der Irischen See: Im Streit über Nordirland geht es um die Wurst"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hier sollte endgültig "klare Kante" gezeigt werden! Boris Johnson ist scheinbar alles egal, um intern gewisse Ziele zu erreichen! Dann muss Irland letztendlich dadurch und die Binnen-Grenze wird eingerichtet.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%