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Kommentar Großmächte entschärfen Raketenpoker: Das ist eine gute Nachricht für Trump – und den Weltfrieden

Nach langwierigen Verhandlungen sind die beiden Großmächte USA und Russland einem neuen Deal über strategische Nuklearwaffen nahe. Das könnte Trump im Wahlkampf nutzen.
26.10.2020 - 19:24 Uhr Kommentieren
Ohne New Start könnten Russen und Amerikaner zum ersten Mal seit Jahrzehnten ihre strategischen Atomwaffenarsenale nach Belieben ausbauen. Quelle: dpa
Russische Interkontinentalrakete

Ohne New Start könnten Russen und Amerikaner zum ersten Mal seit Jahrzehnten ihre strategischen Atomwaffenarsenale nach Belieben ausbauen.

(Foto: dpa)

Die USA und Russland bewegen sich. Die beiden mit Abstand größten Atomwaffenmächte nähern sich auf einem zentralen Feld der Rüstungskontrolle an – im letzten Moment und kurz vor den US-Wahlen.

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump und die Emissäre des russischen Präsidenten Wladimir Putin signalisieren ihre Bereitschaft, den im Februar 2021 auslaufenden „New Start“-Vertrag über strategische Nuklearwaffen zu verlängern, wenn auch zunächst nur um ein Jahr. Und sie erwägen, den Bestand ihrer nuklearen Sprengköpfe einzufrieren.

Falls der Kompromiss über die interkontinental einsetzbaren Atomwaffensysteme zustande kommt, wäre das eine gute Nachricht – auch für Präsident Trump. Er könnte einen Deal noch als Trumpf im Wahlkampf ausspielen.

Zum anderen wäre es eine gute Nachricht für alle Menschen. Denn mit New Start gewinnt die Welt an Sicherheit. Es ist der einzig verbliebene Vertrag zwischen Amerikanern und Russen über die Begrenzung oder Vernichtung von Atomwaffen. Die Vereinbarung von 2010 erlaubt den Rivalen im Kern eine Höchstzahl von 1550 nuklearen Sprengköpfen, begrenzt die Zahl der ballistischen Interkontinentalraketen und anderer Trägersysteme und schreibt Kontrollen vor.

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    Ohne New Start könnten Russen und Amerikaner zum ersten Mal seit Jahrzehnten ihre strategischen Atomwaffenarsenale nach Belieben ausbauen. Kein Inspekteur von außen dürfte ihr riskantes Treiben überwachen.

    Chinas Teilnahme an den Gesprächen als Knackpunkt

    Der „Schatten einer nuklearen Katastrophe“, wie UN-Generalsekretär António Guterres unlängst warnte, würde ohne New Start noch länger werden. Dieser Schatten erschien schon deutlich, als Trump und Putin im vorigen Jahr den INF-Vertrag über Atomwaffen mittlerer Reichweite einfach kündigten.

    Jetzt können die beiden Präsidenten zeigen, dass sie doch über ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein für ihre Länder und auch für die Welt verfügen. Denn die waffenstarrenden atomaren Streitkräfte der USA und Russlands bedrohen sich nicht nur gegenseitig, sie gefährden das Überleben des gesamten Planeten.

    Eine Verlängerung von New Start sollten Russen und Amerikaner nutzen, um ein wesentlich ehrgeizigeres Vertragswerk zur Beschränkung strategischer Waffen zu entwerfen. Als Knackpunkt dürfte sich eine Teilnahme Chinas an den Gesprächen erweisen – eine zentrale US-Forderung. Die Machthaber in Peking weigern sich aber, am Raketenpoker teilzunehmen.

    Langfristig sollten alle Atomwaffenmächte am Verhandlungstisch Platz nehmen, um die Abrüstung voranzubringen. Ob die Welt jedoch jemals absolut frei von den Massenvernichtungswaffen sein wird, bleibt mehr als fraglich. Denn keine Atomwaffenmacht zeigt die Bereitschaft, ganz auf die Bombe zu verzichten.

    Mehr: UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen tritt am 22. Januar in Kraft

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