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Kommentar Grüne Geldanlage: Wie man Nachhaltigkeit tatsächlich fördern kann

Wer als Anleger etwas verändern will, muss sich mit den Konzepten verantwortungsvollen Investierens befassen. Sonst wird nichts besser – außer dem eigenen Gewissen.
10.12.2019 - 17:14 Uhr Kommentieren
Mit Schmutz wollen viele Anleger nichts mehr zu tun haben. Quelle: dpa
Braunkohlekraftwerk Jänschwalde

Mit Schmutz wollen viele Anleger nichts mehr zu tun haben.

(Foto: dpa)

Nachhaltigkeit, grünes Investment, ESG-Grundsätze: Wer mit gutem Gewissen Geld anlegen will, begegnet einer Menge an Schlagworten. Dabei steckt das Kürzel ESG ein weites Feld ab, es steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Die Nachfrage der Anleger in diesem Bereich ist groß, die Kreativität der Anbieter auch. Am Ende stellt sich aber die Frage: Was bringt das eigentlich? Wird grüne Geldanlage zum bequemen Ersatz dafür, die eigene Lebensführung zu verändern und sich politisch für Nachhaltigkeit zu engagieren?

Nüchtern betrachtet ist der Hype um grünes oder in anderer Form „gutes“ Investment schwer nachvollziehbar. Werden Kohlekraftwerke schneller abgeschaltet, wenn Großinvestoren sie nicht mehr finanzieren wollen?

Vielleicht spielt es eine Rolle, aber der Einfluss dürfte zunächst kaum messbar sein. Die Energiefrage muss, politisch, in Zusammenarbeit mit der Energiebranche, gelöst werden. Gibt es keinen Krieg mehr, wenn Anleger die Aktien von Rüstungskonzernen meiden? Schön wär‘s.

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    Wer mehr tun will, als das eigene Gewissen zu beruhigen, muss sich damit befassen, nach welchem Konzept nachhaltige Anlagen jeweils konzipiert sind. Wenn künftig Staaten Green Bonds emittieren, denen rein buchhalterisch ohnehin bestehende grüne Investments zugeordnet werden, bewegt sich sehr wenig. Umgekehrt können Geldmittel, die als Mikrokredite in Schwellenländern ausgereicht werden, sehr konkrete Hilfe darstellen – auch wenn sie zeitweise überschätzt worden sind.

    Kommunikation hilft

    Für Aktieninvestoren ist der sogenannte Best-in-class-Ansatz interessant. Dabei geht es nicht darum, bestimmte Branchen zu meiden, sondern gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die innerhalb einer Branche besonders nachhaltig wirtschaften. Der Vorteil bei dem Konzept: Es wird eine beständige Kommunikation aufgebaut und im besten Fall auch ein gewisser Wettbewerbsdruck erzeugt.

    Firmen wollen gut dastehen und sind deswegen ansprechbar für Ratingagenturen, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben, und für große Investoren. Das wird auch keine Wunder bewirken, aber es kann doch innerhalb der Unternehmen diejenigen Kräfte stärken, die Nachhaltigkeit ernst nehmen. Investoren können so zudem Hand in Hand mit Organisationen arbeiten, die sich an die Öffentlichkeit und die Verbraucher werden, um Missstände wie Kinderarbeit oder destruktive Plantagenwirtschaft zu bekämpfen.

    Werden bloß bestimmte Branchen aus dem Depot geworfen, ist die Kommunikation zu Ende. Was bleibt, ist das Gefühl, mit dem Schmutz nichts zu tun zu haben. Aber irgendjemand wird sich schon finden, der die finanzielle Lücke füllt.

    Mehr: Ökologische und soziale Kriterien werden Anlegern immer wichtiger. Banken und Konzerne müssen sich anpassen. Nachhaltig investieren, nachhaltig managen: Wie geht das?

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