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Kommentar Grüner Wasserstoff ist kein Wundermittel

Die Mehrkosten für den Einsatz von grünem Wasserstoff sind hoch. Bei den Investitionen in neue Anlagen wird der Staat mit Milliardenbeiträgen helfen müssen.
18.02.2021 - 12:45 Uhr Kommentieren
Auf dem grünen Wasserstoff liegen viele Hoffnungen. Aber die Investitionen in die Anlagen sind teuer – und es gibt ein Mengenproblem. Quelle: dpa
Wasserstofftechnologie

Auf dem grünen Wasserstoff liegen viele Hoffnungen. Aber die Investitionen in die Anlagen sind teuer – und es gibt ein Mengenproblem.

(Foto: dpa)

In der Energie- und Klimapolitik gibt es ein dominierendes Thema: grünen Wasserstoff. Gelegentlich sollte man einen Moment innehalten und überlegen, ob die Euphorie, die um den klimaneutralen Energieträger entstanden ist, überhaupt gerechtfertigt ist.

Denn trotz aller positiven Entwicklungen bleiben die Kosten- und Mengenprobleme gravierend. Natürlich werden die Preise für Elektrolyseure fallen. Und natürlich ist die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen in einigen Weltregionen so günstig, dass die Produktion irgendwann wirtschaftlich interessant sein könnte.

Aber ein Wundermittel wird grüner Wasserstoff nicht. Er lässt sich auf absehbare Zeit nur einsetzen, wenn der Staat kräftig hilft.

Es ist nicht erkennbar, dass die Stahl- oder die Chemieindustrie die Mehrkosten für den Einsatz von grünem Wasserstoff selbst schultern könnten. Der Staat wird über viele Jahre die Kosten für Investitionen in neue Anlagen und auch für den laufenden Betrieb mit Milliardenbeträgen unterstützen müssen.

Zudem ist nicht erkennbar, dass die erforderliche Menge Wasserstoff binnen überschaubarer Frist zur Verfügung steht. Wasserstoffpartnerschaften mit potenziellen Erzeugerländern existieren bislang nur in der Fantasie ihrer Befürworter – oder allenfalls in bescheidenem Maßstab.

Keine verlässlichen Bezugsquellen für grünen Wasserstoff

Viele Unternehmen müssen sich in den nächsten Jahren für einen klimaneutralen Fertigungsprozess entscheiden. Derzeit stünde eine Investition auf Basis von grünem Wasserstoff auf unsicherer Basis: Es ist weder klar, ob der Staat die Differenzkosten übernimmt, noch gibt es verlässliche Bezugsquellen für grünen Wasserstoff.

Die Potenziale hinsichtlich Kostendegression und Mengenprognosen beruhen im Wesentlichen darauf, den Ist-Zustand kühn zu extrapolieren. Mit dieser Methode kommt man schnell zu den erhofften Ergebnissen.

Immerhin stellt sich heraus, dass auch in Europa erhebliche Potenziale für die Wasserstoff-Elektrolyse bestehen. Die vorhandene Gasnetzinfrastruktur, die für den Wasserstofftransport umgenutzt werden kann, erweist sich dabei als Segen.

Wer allerdings das Mengenproblem wirklich ernst nimmt, der sollte für eine Übergangsphase auch auf blauen Wasserstoff setzen, also auf jenen Wasserstoff, bei dessen Herstellung auf fossiler Basis das frei werdende CO2 abgefangen und gespeichert wird. Leider ist die Bereitschaft dazu in Deutschland gering. Gerade die deutsche Industrie wird diese Form aber bald bitter nötig haben.

Mehr: Der Siegeszug des Wasserstoffs wird sich fortsetzen – vorerst

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