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Kommentar Gute Unternehmensführung kann nicht per Gesetz erzwungen werden

Frauenquote, Vorstandsvergütung, Transparenz: Der Staat lässt keine Gelegenheit aus, den Unternehmen etwas vorzuschreiben. Der Erfolg bleibt aus.
30.10.2020 - 03:42 Uhr 1 Kommentar
Der Aufsichtsrat hatte offenbar weder das Geschäftsmodell richtig verstanden, noch war er in der Lage die Schieflage zu entdecken. Quelle: Bloomberg
Die Akte Wirecard

Der Aufsichtsrat hatte offenbar weder das Geschäftsmodell richtig verstanden, noch war er in der Lage die Schieflage zu entdecken.

(Foto: Bloomberg)

Der Staat greift immer wieder beherzt ein, weil das System der Unternehmenskontrolle in Deutschland versagt. Fast schon vergessen sind die Transparenzregeln, nach denen börsennotierte Gesellschaften individuell und detailliert die Vergütungen ihrer Vorstände offenlegen müssen. Das war vor 15 Jahren. Durchgesetzt hatte sich die Regierung gegen heftigsten Widerstand der Wirtschaftsführer. Ziel war es, ausufernde Vergütungen zu bremsen.

Wenige Jahre darauf verpflichtete der Gesetzgeber die Unternehmen unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise, mehr Sachverstand in die Aufsichtsräte zu entsenden. Eigentlich sollte jeder Konzernkontrolleur Bilanzen lesen können. Eigentlich. Jetzt muss jeder Aufsichtsrat nachweisen, dass er Finanzexperten an Bord hat.

Später folgten weitere Gesetze zur angemessenen Vorstandsvergütung und zu einer Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten. Nun droht das Führungspositionen-Gesetz, kurz FüPog genannt. Die Regierungskoalition streitet noch, ob sie sich trauen soll, Frauenquoten auch für Vorstände vorzuschreiben. Doch das Gesetz wird kommen, schließlich steht die nächste Bundestagswahl vor der Tür.

Diese Gesetzeswelle muss man sich vor Augen führen, will man bewerten, dass sich die Aufsichtsräte der Unternehmen so schwer mit der Erneuerung tun – mit der eigenen und mit der von Vorständen, die sie schließlich einstellen. Die alte Deutschland AG, in der Banken und Industrie aufs Engste miteinander verknüpft waren, gehört zwar längst der Vergangenheit an. Aber die Aufseher finden offenbar nur schwer in ihre neue Rolle.

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    Ein Aufsichtsmandat ist ein Führungsjob und keine Nebenbeschäftigung. Die operative Verantwortung trägt zwar der Vorstand, aber die Kontrolleure müssen ihm dabei auf die Finger sehen und beratend zur Seite stehen. Das verlangt eigene Expertise, Distanz und Durchsetzungsvermögen. Der Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat das einmal mehr unter Beweis gestellt. Der Aufsichtsrat hatte offenbar weder das Geschäftsmodell richtig verstanden, noch war er in der Lage, die Schieflage zu entdecken.

    Löst nun der Gesetzgeber all diese Probleme mit weiteren Gesetzen? Leider nicht. Mehr Gesetze schafften auch bislang keine bessere Governance, eher wachsenden Widerstand. Oder sie lösten Ausweichmanöver aus. Und weil das so ist, werden die Investoren immer wichtiger. Sie müssen ihrer Rolle als Eigentümer gerecht werden. Und das ist mehr, als Dividenden zu kassieren und Gewinn abzuschöpfen. Wer sonst hätte mehr Interesse an einer professionellen Unternehmensaufsicht?

    Mehr: Reformstau im Aufsichtsrat: Das sind Deutschlands mächtigste Kontrolleure.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Gute Unternehmensführung kann nicht per Gesetz erzwungen werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Also wenn ich mir die Kommentare von Frauen und Männern im Handelsblatt so im Allgemeinen vergleiche, dann finde ich, dass die (im Vergleich zu den DAX-Vorständen) relativ hohe Frauenquote dem Handelsblatt gut tut.

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