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Kommentar Hasso Plattner sollte SAP-Chefaufseher bleiben – unter Bedingungen

Der 75-jährige Gründer will Chefaufseher des Softwarekonzerns bleiben. Das sorgt für Kritik – ist aber auch eine große Chance.
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Mit 75 Jahren gehört er zu den Älteren in seiner Position. Quelle: dpa
SAP-Chefaufseher Hasso Plattner

Mit 75 Jahren gehört er zu den Älteren in seiner Position.

(Foto: dpa)

Wenn sich Hasso Plattner im Mai auf der Hauptversammlung von SAP zur Wahl stellt, wird er vermutlich einige Kritik aushalten müssen. Der Mitgründer des Softwarekonzerns zählt 75 Jahre, das ist für einen Aufsichtsratschef ein stattliches Alter. Einige Investoren in Deutschland zögern daher, für eine weitere Amtszeit zu stimmen – die Richtlinien der Unternehmen sehen eine Altersgrenze vor.

Die Bedenken sind verständlich: Die Position ist keine Auszeichnung fürs Lebenswerk, sondern ein wichtiges Korrektiv. Allerdings spielt Hasso Plattner bei SAP nicht umsonst eine herausragende Rolle: Er ist einerseits ein Visionär, der stets auf der Suche nach neuen Ideen ist, andererseits ein Antreiber, der dem Vorstand um Bill McDermott wichtige Impulse gibt.

Die Investoren sollten ihn wählen – und gleichzeitig auf eine belastbare Nachfolgeregelung drängen.

Plattner ist nicht der typische Chefaufseher, der nach einer Karriere im Vorstand in den Aufsichtsrat wechselt. Er ist eine Gründerpersönlichkeit amerikanischen Typus, wie es sie in deutschen Großunternehmen leider zu selten gibt – er hat mit seinen vier Mitgründern eine große Idee klug umgesetzt, und er hat mitgeholfen, die Firma mehrfach neu zu erfinden. Kurz: SAP ist sein Lebenswerk.

Plattners Einfluss an der Spitze des Aufsichtsrats geht daher weit über das hinaus, was seine Position vorsieht. So hat er entschlossen die Internationalisierung vorangetrieben, ohne die SAP nicht zum wertvollsten Dax-Konzern geworden wäre.

Auch bei der Ausrichtung aufs Cloud-Computing spielt er eine wichtige Rolle. Und mit der Strahlkraft des Visionärs gewinnt er Topleute fürs Unternehmen – im Aufsichtsrat sitzen hochrangige Manager von Intel und Google.

Die Dominanz der grauen Eminenz ist gewiss nicht immer einfach, und manchmal sogar problematisch. Aber alles in allem gibt ihm die Bilanz der vergangenen Jahre recht: SAP ist heute in sehr guter Verfassung. Dazu hat der Aufsichtsrat mit Plattner an der Spitze einiges beigetragen.

Eines muss man dem Gründer aber vorwerfen: Er hat es versäumt, langfristig einen Nachfolger für den Aufsichtsrat aufzubauen. Das muss er so schnell wie möglich nachholen, um allen Eventualitäten vorzubeugen. Deshalb sollten die Investoren darauf drängen, dass Plattner einen Plan für die Zukunft entwickelt.

Nicht wenige Patriarchen halten schließlich zu lange an der Macht fest, der frühere Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch ist dafür ein warnendes Beispiel. Die Empfehlungen zur guten Unternehmensführung mögen sich flexibel auslegen lassen, aber am Ende gilt im Topmanagement das Gleiche wie im Kunstturnen: Perfekt wird die Kür erst mit einem gelungenen Abgang.

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