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Kommentar Hin und Her im Deutsche-Bank-Vorstand ist für die Krise mitverantwortlich

Drei Mal wechselte die Führung in sieben Jahren – und auch unter Sewing wurden Vorstände getauscht. Das spricht nicht für gutes Krisenmanagement.
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Vorstandschef Sewing (hinten rechts), Aufsichtsratschef Achleitner (hinten links) mit den Ex-Vorstände Ritchie (l) und Strauß. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Vorstandschef Sewing (hinten rechts), Aufsichtsratschef Achleitner (hinten links) mit den Ex-Vorstände Ritchie (l) und Strauß.

(Foto: dpa)

Der Deutschen Bank geht es schlecht, anders lässt sich ein Verlust von drei Milliarden Euro im zweiten Quartal nicht interpretieren. Der Grund für das Minus ist zwar nicht das Tagesgeschäft, sondern der Umbauplan von Vorstandschef Christian Sewing, aber das kann keine Entschuldigung sein.

Bei einem Geldhaus, das ein Jahrzehnt nach Ende der Finanzkrise ein derart schmerzhaftes und teures Sanierungsprogramm braucht, muss etwas gründlich schiefgegangen sein. Viel zu lange hat die Bank für die Diagnose der Probleme gebraucht, viel zu lange wurde die Wirklichkeit verdrängt und die Therapie verschleppt.

Daran ist auch das wilde Hin und Her im Vorstand schuld. Drei Mal wechselte die Führung in nur sieben Jahren, und dabei kam es zu Entscheidungen, die bestenfalls chaotisch, schlimmstenfalls absurd wirken. Nehmen wir Anshu Jain, von 2012 bis 2015 Co-Vorstandschef. Eigentlich musste allen Beteiligten bereits vor der Hauptversammlung vor vier Jahren klar gewesen sein, dass Jain nicht mehr zu halten war, trotzdem bekam er kurz vorher zusätzlich zu seinem Portfolio auch noch die Verantwortung für die Strategie zugesprochen. Rational erklären lässt sich das kaum.

Steckenpferd als Problemfall

Eine ähnliche Posse spielte sich jetzt um Ex-Chefinvestmentbanker Garth Ritchie ab. Im April 2018 machten Gerüchte die Runde, dass Ritchie gehen könnte, im September des gleichen Jahres wurde dann sein Vertrag um fünf Jahre verlängert. Das verhinderte aber nicht, dass einige Monate später neue Rücktrittsspekulationen aufkamen. Statt zu gehen, wurde Ritchie aber zum stellvertretenden Vorstandschef befördert, nur um jetzt die Bank endgültig zu verlassen.

Es hätte gute Gründe für Ritchies Abschied gegeben. Die Investmentbank war zwar das Herz des Frankfurter Geldhauses, schnitt aber notorisch schlechter ab als die Konkurrenz. Vor allem der Aktienhandel, in dem Ritchie groß wurde, war ein steter Quell von Verlusten. Wurde der Investmentbanking-Chef dafür mit Bonusentzug bestraft? Nein, im Gegenteil. Obwohl Ritchie laut Geschäftsbericht 2018 die schlechteste Leistung aller Vorstände ablieferte, konnte er sich über die höchste Gehaltszusage freuen.

Solche Volten sprechen eher für einen Intrigantenstadl als für ein eingeschworenes Vorstandsteam, das versucht, eine Großbank aus einer tiefen Krise zu führen. Allein in der noch kurzen Ära Sewing wurden vier Vorstände ausgetauscht, ein Ende ist nicht abzusehen. Denn auch hinter Finanzvorstand James von Moltke steht ein Fragezeichen. Die einzige Konstante seit 2012 ist Aufsichtsratschef Paul Achleitner, und der Aufsichtsrat ist bekanntlich für Ernennung und Abberufung der Vorstände zuständig.

Mehr: Die Quartalszahlen der Deutschen Bank zeigen, wie nötig ein Strategiewechsel für das Institut ist. Allerdings verdient die Bank auch ohne Altlasten noch nicht genug - und kämpft um ihre Kunden.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Hin und Her im Deutsche-Bank-Vorstand ist für die Krise mitverantwortlich"

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  • Nach mehr als zehn Jahren tiefster Krise und Chaos bei der Deutschen Bank spielt sich eine dermaßen dumme und absurde Geschichte um Garth Ritchie ab!
    Ein Beweis für die Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit des Aufsichtsrates und dessen Vorsitzenden. In der fortlaufenden Fehleinschätzung dieses Gremiums liegt der Niedergang der Deutschen Bank. Der Aufsichtsrat hätte die Macht und die Pflicht solches zu verhindern, brauchte aber zehn Jahre um eine ordentliche Korrektur zuzulassen oder einzuleiten.

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