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Kommentar Historisches Urteil gegen Shell: Wer nicht hören will, muss fühlen

Der Ölkonzern muss seine Klimaziele nachschärfen. Das Urteil aus Den Haag könnte Signalwirkung auf zahlreiche offene Klagen gegen Ölkonzerne haben.
26.05.2021 - 21:38 Uhr 1 Kommentar
Die Ölkonzerne sollten ihr Handeln lieber freiwillig an die Klimaziele anpassen.  Quelle: AP
Erdöl

Die Ölkonzerne sollten ihr Handeln lieber freiwillig an die Klimaziele anpassen. 

(Foto: AP)

Es ist ein wahrlich historisches Urteil, das der Gerichtshof in Den Haag an diesem Mittwoch gefällt hat. Und dabei gehen die niederländischen Richter noch einen ganzen Schritt weiter als das deutsche Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil gegen die Bundesregierung. 

Mit Shell wird ein multimilliardenschweres Unternehmen samt seinen Aktionären zum Umschwenken gezwungen. Der Ölriese muss seine gesamte Strategie verschärfen, wenn er dem Urteil gerecht werden will. 

Das heißt deutlich mehr Investitionen in Erneuerbare, weniger Öl und Gasförderung und vor allem strengere Klimaziele über die gesamte Lieferkette hinweg. Die unzähligen Folgen dieser Entscheidung für das Handeln eines global vernetzten Weltkonzerns sind jetzt noch gar nicht abzusehen. Und das ist ja erst der Anfang. 

Denn das eigentlich Faszinierende an diesem Urteil ist seine Signalwirkung. Wenn jetzt jedes Unternehmen auf der Welt gerichtlich gezwungen werden könnte, sein Handeln wahrhaftig so auszurichten, dass es mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens konform ist, dann würden wir die Klimakrise vielleicht tatsächlich verhindern können, anstatt immer nur weiter darüber zu diskutieren.

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    Ganz so düster ist es am Ende natürlich nicht. Schließlich gibt es auch Positivbeispiele von Unternehmen, die gar nicht erst gezwungen werden müssen, ihr Handeln in Einklang mit den Klimazielen zu stellen. Und es werden ja immer mehr. 

    Nur befinden sich auffällig wenig Ölkonzerne unter diesen Positivbeispielen. Überall auf der Welt sind Klagen gegen die fossilen Dinos anhängig. Galten Aussichten auf einen Erfolg der Klimaschützer in solchen Fällen lange als illusorisch, könnte das Urteil aus Den Haag die Karten neu mischen. 

    Und auch Shell hätte dieses Urteil verhindern können. Dass der vermeintliche Strategieschwenk eben nur ein vermeintlicher war, gab der Ölkonzern hinter vorgehaltener Hand schließlich selbst zu. Es war der Versuch, sowohl die aktivistischen Investoren als auch die alteingesessenen Fossilfanatiker zu beruhigen. 

    Früher wäre Shell mit diesem Verhalten auch ohne Probleme noch ein paar Jahre durchgekommen. Aber die Zeiten haben sich ganz offensichtlich geändert. Und wer nicht hören will, muss eben fühlen. 

    Mehr: Investoren wollen grüne Wende der Ölkonzerne erzwingen

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Historisches Urteil gegen Shell: Wer nicht hören will, muss fühlen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein abenteuerliches Urteil: die Niederlande sind das einzige Land, in dem NGOs und Privatpersonen wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die europäische Menschenrechtskonvention klagen können - hierauf soll das Urteil angeblich gestützt sein.

      Shell hat Berufung angekündigt. Vielleicht überlegt Shell aber auch wie Unilever, seinen Sitz
      nach England zu verlegen und sich damit der niederländischen Jurisdiktion zu entziehen.

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