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Kommentar Hohe Bankergehälter sind nicht vermittelbar

Der geplatzte Wechsel des Starbankers Andrea Orcel wirft ein Schlaglicht auf die exorbitanten Gehälter. Die Summen für Topbanker sind zu hoch.
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Die Gehaltsansprüche des Bankers trafen bei der Santander auf Unverständnis. Quelle: dapd
Andrea Orcel

Die Gehaltsansprüche des Bankers trafen bei der Santander auf Unverständnis.

(Foto: dapd)

Nein, Andrea Orcel wird doch nicht Chef der Großbank Santander: Den Spaniern sind seine Gehaltsansprüche aus Orcels altem Vertrag als Chef der Investmentbank des Schweizer Konkurrenten zu hoch. Von 40 bis 50 Millionen Franken an aufgeschobener Vergütung ist die Rede. Von der Höhe der Ablöse will Santander erst erfahren haben, nachdem Orcel bereits als neuer Chef ausgerufen worden ist.

Der verunglückte Transfer zeigt nicht nur, dass auch Profis beim Jobwechsel manchmal dilettieren – er wirft auch ein Schlaglicht auf die Ansprüche altgedienter Spitzenbanker. Nicht Orcel war nicht vermittelbar, sondern sein Gehalt. Und dabei war der Banker mit seinem Salär zuletzt noch nicht einmal der Topverdiener bei der UBS. Deren Chef Sergio Ermotti verdiente im Jahr 2017 fast 14 Millionen Franken.

Natürlich hätte sich Santander-Verwaltungsratschefin Ana Botín ausrechnen können, welche Ansprüche ihrem Wunschkandidaten zustehen. Und auch, dass die UBS nicht gewillt sein würde, einen Teil der Summe zu übernehmen, ist keine Überraschung.

Welche Bank zahlt schon dafür, dass ihr ein Topmanager abgeworben wird? Von Orcel, der seinen alten Job anscheinend gekündigt hat, ohne einen wasserdichten Vertrag von Santander zu haben, ganz zu schweigen. Offenbar hat der mit allen Wassern gewaschene Dealmaker einen Fehler gemacht, der sonst nur Praktikanten unterläuft.

Angesichts der enormen Ablösesumme fällt es Santander leicht, nun den moralisch Überlegenen zu spielen: Die Bank begründet den geplatzten Wechsel auch mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Und tatsächlich wirken Orcels Gehaltsansprüche wie aus der Zeit gefallen.

Selbst eine erfolgreiche Bank wie die UBS muss sich die Frage gefallen lassen, ob ein Topmanager tatsächlich so viel Geld verdienen muss. Zehn Jahre nach der Finanzkrise haben die Schweizer Banken zwar ihre Bilanzsummen geschrumpft, aber das Salär ihrer Topleute bleibt zu hoch.

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