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Kommentar Huawei benötigt eine andere Kultur

Am Kapital mangelt es dem chinesischen Konzern nicht – aber wenn Huawei ein eigenes Betriebssystem entwickeln will, braucht es eine andere Kultur.
13.01.2020 - 16:35 Uhr 2 Kommentare
Der Elektronikhersteller muss zeigen, dass er nicht nur das nötige Kapital aufbringen, sondern auch die richtige Kultur entwickeln kann. Quelle: AP
Huawei

Der Elektronikhersteller muss zeigen, dass er nicht nur das nötige Kapital aufbringen, sondern auch die richtige Kultur entwickeln kann.

(Foto: AP)

Huawei meint es ernst, daran besteht kein Zweifel. Der chinesische Elektronikhersteller will sich von Google und anderen US-Unternehmen unabhängig machen: Er entwickelt ein Betriebssystem für vernetzte Geräte aller Art einschließlich Smartphones und investiert zwei Milliarden Dollar, um Unternehmen bei der Programmierung von Apps zu unterstützen – davon allein 20 Millionen Euro in Deutschland.

Das Motiv ist verständlich. Huawei will im Konflikt zwischen den USA und China nicht zum Kollateralschaden werden. Ob die Trump-Regierung jemals die Sanktionen aufhebt, ist ungewiss. Das Vorhaben ist indes gigantisch. Schon Microsoft, Samsung und Blackberry sind daran gescheitert, das Duopol aus Apple und Google aufzubrechen, das bei Betriebssystemen (außerhalb von China) herrscht.

Der Elektronikhersteller muss zeigen, dass er nicht nur das nötige Kapital aufbringen, sondern auch die richtige Kultur entwickeln kann – was ungleich schwieriger ist. Die aktuelle Situation ist kein Zufall: Mit den Jahren sind schier unüberwindliche Markteintrittsbarrieren entstanden. Das größte Problem besteht für Huawei nicht in der Software an sich, obwohl die durchaus komplex ist.

Mehr noch muss der IT-Hersteller investieren, um das Angebot aus zusätzlichen Programmen und Onlinediensten aufzubauen: Ohne WhatsApp und Youtube, Tagesschau und Netflix geht es heute nicht. So ein Ökosystem, wie es in der IT-Wirtschaft heißt, wächst aber nicht über Nacht und braucht viel Pflege.

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    Huawei muss daher ein Gespür dafür entwickeln, welche Firmen und Themen wichtig sind. Die 200 beliebtesten Apps nachzubauen reicht nicht – wenn das nächste Tiktok entsteht und die Technikenthusiasten es zunächst nicht herunterladen können, sind sie als Kunden verloren. Die Markenbindung bei Android-Smartphones ist mit Ausnahme von Samsung niedrig, da hilft auch eine Superkamera wenig.

    Dem Unternehmen muss es darüber hinaus gelingen, das Interesse der Nutzer auf die Plattform zu lenken. Nur wenn sie ihre Lieblings-Apps dort herunterladen und neue Dinge ausprobieren, nur wenn sie also für regelmäßige Downloads sorgen, wird die Plattform für Entwickler relevant – womit im besten Fall ein positiver Kreislauf in Gang kommt.

    Kapital für die Entwicklung eines Betriebssystems hat Huawei ausreichend, technisches Know-how mehr als viele Konkurrenten. Dem Hardwarehersteller mangelt es aber an Soft Skills: Er braucht Teams, die App-Entwickler betreuen, und Redakteure, die das Softwareangebot aufbereiten. Die Erfolgsaussichten bemessen sich daran, ob der Konzern diese Dinge schneller lernt als Microsoft oder Samsung. Ein großes Unterfangen.

    Mehr: Die USA sehen Huawei als Sicherheitsrisiko. Trotz diesen Drucks konnte das Unternehmen seinen Umsatz auf mehr als 100 Milliarden Euro steigern.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Huawei benötigt eine andere Kultur"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Kerkmann, noch ein Hinweis: Sie hatten Huawei immer als Elektronikhersteller gekennzeichnet, aber das ist nicht wie die Firma sich selber sieht. Darin steht schon einer sprachliche / kulturelle Unterschied. Nach baidu.com, 华为技术有限公司成立于1987年,总部位于广东省深圳市龙岗区。华为是全球领先的信息与通信技术(ICT)解决方案供应商, ist Huawei eine ICT Solution Provider, d.h. er macht nicht nur Hardware sondern auch immer Software. Er wird Google plus Samsung sein (oder, mehr ähnlich wie Apple, aber Apple sind nicht so groß in EU als in den USA, und Apple macht keine Telekom-Infrastruktur, oder? Ich bin kein ICT Expertin). Ich denke, diesen Ehrgeiz müssen wir Deutsche klar erkennen.

    • Herr Kerkmann, Sie haben sehr treffend geschrieben. Ich habe Ihren Artikel ins Chinesisch übersetzt. Ich hoffen, die Chinesen Ihren Rat schätzen.

      华为需要一个不同的文化

      毫无疑问,华为是认真的。这家中国电子制造商希望独立于谷歌和其他美国公司:它正在开发一个用于包括智能手机在内的各种网络设备的操作系统,并投资20亿美元来帮助其他程序公司开发应用程序 -- 仅在德国它就投资了2000万欧元。

      华为的意图是可以理解的。华为不想在美中冲突中成为抵押品。特朗普政府是否会解除制裁还尚未明确,但是,其筹码是巨大的。微软,三星和黑莓都没能打破苹果和谷歌之间在操作系统(中国以外)中的双头垄断。

      然而,华为必须证明,它不仅可以筹集到必要的资金,而且更重要的是发展出适宜的文化。当前的状况并非巧合:多年来,几乎已经出现了不可逾越的市场进入壁垒。对于华为来说,关键问题不是软件本身,尽管它也非常复杂。

      华为必须在增加其他应用程序和在线服务方面做出重大投入:如果没有WhatsApp和Youtube,Tagesschau和Netflix,它今天在西方是无法使用的。这种在科技经济中被称作生态系统。 有机生态系统既非是一夜之劳,同时也需要精心扶植。

      因此,华为必须培养出感知能力,知道哪些公司和主题是重要的。光复制200个最受欢迎的应用程序是不够的 – 即便出现了下个抖音,但要是技术狂热者无法下载, 它也只能是徒劳。除了三星之外,智能手机用户对安卓品牌本身的忠诚度, 即使有超级相机,也是很低的。

      华为公司必须将用户的兴趣吸引到该平台上。只有当用户在此处可以下载自己喜欢的APP,尝试不同的新鲜事物,确保定期下载的通顺,该平台才对用户才有吸引,从而对应用软件开发商才有意义—建立一个用户与开发商间的良性循环。

      华为拥有足够的资本来开发操作系统,而且其技术水平比许多竞争对手都要强。但是,华为缺乏软技能:他需要团队来照顾APP应用开发人员,和编辑工作人员来宣传这个软件的功能,从而使操作系统软件本身有市场。成功的机会取决于华为是否能比微软或三星更快地学到这些东西。一项艰巨的任务。

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