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Kommentar Im Fall Kaepernick zeigt sich Nike kreativ und mutig

Der weltgrößte Sportkonzern kommt nach der Krise mit voller Kraft zurück. Wenn Nike seine aktuelle Form hält, ist er für Adidas nicht einzuholen.
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Nachdem Nike etliche Spitzenkräfte entlassen hat, ging es wieder bergauf für den Sportartikelhersteller. Quelle: AP
Nike-Filiale in Miami

Nachdem Nike etliche Spitzenkräfte entlassen hat, ging es wieder bergauf für den Sportartikelhersteller.

(Foto: AP)

Im Frühjahr noch kam Nike daher wie ein angezählter Schwergewichtsboxer. Inzwischen steht fest: Vorstandschef Mark Parker hat den K. o. verhindert. Mehr noch, der Manager ist nahtlos in den Angriff übergegangen. Die jüngsten Quartalszahlen beweisen, dass der weltgrößte Sportkonzern seine alte Form wiedergefunden hat.

Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent oder umgerechnet 750 Millionen Euro in die Höhe geschossen. Das ist mehr als das Dreifache des Zuwachses, den Konkurrent Adidas zuletzt verzeichnet hat.

Hält der Turnschuh-Hersteller aus Portland dieses Tempo, wird Nike seine Vormachtstellung in der Sportbranche auf lange Zeit zementieren. Und Größe zahlt sich in der Sportartikelindustrie aus: Die Anbieter stecken stets einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen in Werbung und Sponsoring. Höhere Erlöse bedeuten mehr Mittel zur Kundengewinnung.

Im Frühjahr sah es noch so aus, als hätte Adidas als Nummer zwei der Industrie eine realistische Chance, näher an Nike heranzurücken. Die Amerikaner schienen sich selbst zu zerlegen. Auf dem Höhepunkt der Turbulenzen feuerte Parker seinen designierten Nachfolger, Trevor Edwards, wegen ungebührlichen Verhaltens. Eine Reihe weiterer Spitzenkräfte musste den Konzern verlassen.

Der Abgang der Topmanager schadete Nike nicht. Parker hatte zu jenem Zeitpunkt längst die Strukturen geschaffen, damit die Marke wieder wachsen konnte. Der Designer übernahm dabei einfach ein paar erfolgreiche Konzepte von Adidas. Er beschleunigte die Produktentwicklung, entwickelte eine eigene, moderne Fertigungstechnik, fokussierte sich im Marketing auf ausgewählte Metropolen. Parker beschränkte sich aber nicht darauf, die bei Adidas bewährten Ideen zu übernehmen. Seine Kopien, das zeigt sich jetzt, sind besser als das Original.

Dazu kommt eine gehörige Portion Mut. Nikes Kampagne mit dem ehemaligen Footballstar Colin Kaepernick ist genial. Der Sportler ist in Amerika schwer umstritten. Der ehemalige Quarterback war 2016 aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus in die Knie gegangen – beim Erklingen der Nationalhymne im Stadion. Nike wirbt seit Anfang September mit ihm. Das verleiht der Marke genau jene Glaubwürdigkeit, die sie bei der jugendlichen Zielgruppe braucht.

Nun steht Adidas unter Druck. Zuletzt haben die Franken ihrem Erzrivalen in Amerika Marktanteile abgenommen, es war die Wachstumsstory des Dax-Konzerns schlechthin. Damit das so bleibt, muss sich Vorstandschef Kasper Rorsted etwas einfallen lassen. Mit Kaepernick zeigt sich Nike kreativ und wagemutig. Daran werden die Konsumenten nun Adidas messen.

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