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Kommentar Im Fall Tönnies müssen die Verantwortlichen in Haftung genommen werden

Entschuldigungen des Firmenchefs reichen nicht. Soweit möglich, sollte das Unternehmen auch für die finanziellen Schäden der Krise geradestehen.
29.06.2020 - 16:19 Uhr Kommentieren
Im Kreis Gütersloh sind Schulen und Kitas vielfach wieder geschlossen. Quelle: AFP
Protest gegen Tönnies

Im Kreis Gütersloh sind Schulen und Kitas vielfach wieder geschlossen.

(Foto: AFP)

Der Ausbruch des Coronavirus in Großschlachtereien hat weitreichende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Das bekommen gerade die Menschen in Gütersloh zu spüren.

Mit rund 1500 Infizierten im Umfeld der Fleischfabrik Tönnies trifft es den Kreis in Ostwestfalen heftig: Schulen und Geschäfte müssen schließen, Urlauber aus der Region mit gravierenden Einschränkungen leben.

Für viele Bürger und Unternehmer, aber auch für den Staat hat der Skandal erhebliche finanzielle Folgen. Für die wirtschaftlichen Schäden müssen die Verantwortlichen in Haftung genommen werden. Offensichtlich waren die Zustände in den Schlachthöfen und Zerlegebetrieben so miserabel, dass sich das Virus ungehindert ausbreiten konnte.

Gerade wegen der ohnehin schwierigen Arbeitsbedingungen in den auf wenige Grad Celsius heruntergekühlten Räumen wäre es notwendig gewesen, in den Betrieben akribisch auf Abstands- und Hygieneregeln zu achten – sowohl am Arbeitsplatz der Beschäftigten als auch in den Unterkünften.

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    „Wir halten uns an Recht und Gesetz, sind Vorreiter in Sachen Wohnen und schaffen übergesetzliche Standards“, tönte der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies noch im Mai. Damals hatte das Virus seine Fabriken noch nicht erreicht.

    Heute klingen Tönnies’ Worte hohl. Es reicht nicht, wenn sich der Fleischfabrikant nun entschuldigt. Tönnies hat die volle Verantwortung zu übernehmen. Die Kostenübernahme für die Corona-Tests in Gütersloh und Warendorf hat der Unternehmer zwar zugesagt, aber das ist viel zu wenig. Auch der Staat sollte Tönnies für den Einsatz der Bundeswehr eine Rechnung schicken.

    Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat bereits angekündigt, zivilrechtliche Haftungsmöglichkeiten gegen Tönnies zu prüfen – bezogen auf alles, „was da in der Region los ist“. Das ist ein richtiger Ansatz – auch im Sinne der geschädigten Betriebe vor Ort.

    Mehr: Dickes Finanzpolster: Wie Tönnies sich vor Entschädigungen schützt

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