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Kommentar Im Zahlungsverkehr können sich Banken nur mit viel Zeit und Geld etablieren

Trotz des Wachstums elektronischer Zahlungen müssen Unternehmen viel Geld in die Hand nehmen, um auf dem umkämpften Markt der Zahlungsdienstleister zu bestehen.
18.08.2020 - 20:37 Uhr Kommentieren
Weltweit zahlen immer mehr Menschen per Karte oder Handy. Von diesem Trend wollen viele Unternehmen profitieren. Quelle: Bloomberg
Bezahlen per Handy

Weltweit zahlen immer mehr Menschen per Karte oder Handy. Von diesem Trend wollen viele Unternehmen profitieren.

(Foto: Bloomberg)

Zugegeben, es ist kein schönes Wort: Zahlungsverkehr. So nennt man alle Geschäfte, die in irgendeiner Form mit der Weiterleitung oder Abwicklung von Zahlungen zu tun haben. Ein Geschäft, das meist im Verborgenen stattfindet. Wichtig für die Kunden, Verbraucher wie Unternehmen, ist vor allem: Es muss funktionieren, und es muss einfach sein.

Vor allem ein Teil des Zahlungsverkehrs rückt derzeit in den Blickpunkt, und das nicht nur wegen des Skandals um die Wirecard-Pleite. Es geht um die Abwicklung elektronischer Zahlungen im Auftrag des Handels oder beispielsweise von Reiseanbietern und Internetplattformen. Kartenzahlungen an der Ladenkasse und das Bezahlen im E-Commerce sind ein Wachstumsmarkt. Schließlich verzichten weltweit immer mehr Menschen auf Barzahlungen, und sie kaufen immer mehr online ein. Dominiert wird die Zahlungsabwicklung von spezialisierten und vielen jungen Firmen.

Nun kehrt die Deutsche Bank in dieses lange vernachlässigte Geschäft zurück. Auch andere Geldhäuser versuchen, sich besser zu positionieren. Zugleich wollen einige Zahlungsdienstleister ihre Kunden enger an sich binden, indem sie Händlern auch Finanzierungen anbieten – eigentlich eine klassische Bankdienstleistung.

Beides sind nachvollziehbare Strategien. Doch dadurch wird die Konkurrenz um die Händlerkunden noch größer. Die Margen sind ohnehin meist niedrig, ein möglichst großes Volumen ist wichtig für die Zahlungsdienstleister – auch im Boom. Zudem müssen sie ständig in Innovationen investieren. So wollen viele Händler heute beispielsweise, dass Kunden die Ware nach einem Onlinekauf wahlweise im Laden umtauschen können. Naheliegend ist auch, dass Tech-Konzerne wie Apple in die Zahlungsabwicklung einsteigen.

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    Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Zahlungsangeboten für Verbraucher. Die deutschen und viele andere europäische Banken haben es versäumt, eigene Onlinebezahldienste aufzubauen. Nun sind sie aufgeschreckt und haben den – derzeit noch vagen – Plan, gemeinsam ein neues europäisches Bezahlsystem zu schaffen. Der US-Bezahldienst Paypal indes ist längt eine feste Größe in diesem Markt, und er vergibt bereits Kredite an Händler, auch in Deutschland.

    Obendrein verschärft sich der Wettbewerb in einer Wachstumsdelle. Die Coronakrise beschleunigt zwar den Trend hin zu bargeldlosen Zahlungen, weil viele Menschen Barzahlungen als unhygienischer betrachten und mehr online shoppen, zugleich aber halten sich viele Verbraucher vor allem mit großen Ausgaben zurück. In der Folge dürften die Gesamttransaktionen vorübergehend sinken.

    Deshalb gilt umso mehr: Bestehen kann in diesem Geschäft nur, wer erstens viel Geduld mitbringt und zweitens viel Geld in die Hand nehmen kann.

    Mehr: Der Zahlungsdienstleister Rapyd erwägt, in Deutschland eine Bank zu kaufen.

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