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Kommentar In der Coronakrise braucht es mehr Regulierung für die Schattenbanken

Die Fed musste in der Coronakrise Hedgefonds retten, die sich verkalkulierten. Wenn die Notenbank jetzt wieder zum Tagesgeschäft übergeht, wäre ein falsches Signal.
15.08.2020 - 09:23 Uhr 1 Kommentar
Die US-Notenbank Fed hat sich bei der Diskussion um die Regulierung von Schattenbanken bisher eher bedeckt gehalten. Quelle: dpa
Federal Reserve

Die US-Notenbank Fed hat sich bei der Diskussion um die Regulierung von Schattenbanken bisher eher bedeckt gehalten.

(Foto: dpa)

Auf die Frage, ob die immer mächtiger werdenden Schattenbanken nicht strenger reguliert werden müssen, hatten Amerikas Notenbanker in den vergangenen Jahren eine Standard-Antwort parat: „Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau.“ Ende der Diskussion.

Dann kam die Coronakrise und um die Turbulenzen an den Finanzmärkten zu beseitigen sah sich die Federal Reserve gezwungen, Hedgefonds zu retten, die sich mit riskanten Wetten auf Staatsanleihen verspekuliert und so zu Blockaden geführt hatten – ausgerechnet im größten und liquidesten Kapitalmarkt der Welt.

Damit ist die Diskussion um die Regulierung von Schattenbanken wieder eröffnet, in den USA, genauso wie in Großbritannien und bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Das ist auch dringend nötig. Denn die Schattenbanken haben nach der Finanzkrise nicht nur einen Boom erlebt, sie sind eng mit den Banken und den Märkten verwoben.

Das alte Argument, Hedgefonds, Private-Equity-Firmen, Geldmarkt- und Kreditfonds und andere Akteure müssten kaum reguliert werden, weil sie für ihre Risiken selbst geradestehen, ist daher längst überholt.

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    Stattdessen müssen bei den Finanzaufsehern zwei neue Maxime gelten: Wer mit riskanten Transaktionen nicht nur sich selbst gefährdet, der muss strenger reguliert werden. Und: Wer im Ernstfall von der Fed gerettet werden will, muss auch dafür bezahlen.

    Die Lehre aus der Finanzkrise 2008 war, dass Banken stärker kapitalisiert werden mussten. Damit hatten die Machtverschiebungen hin zu den Schattenbanken erst so richtig angefangen. Die Lehre aus der Coronakrise muss sein: Kein Akteur darf die Liquidität der Finanzmärkte gefährden.

    Sicher, es ist der Fed gelungen, die Blockaden zu lösen, in dem sie Billionen von Dollar in die Märkte gepumpt hat. Wenn die Notenbanker nun einfach zum Tagesgeschäft übergehen, signalisieren sie den Hedgefonds und anderen Akteuren, dass diese ruhig noch höhere Risiken eingehen können, weil die Fed sie am Ende schon einspringt, wenn es brenzlig wird.

    Schon jetzt wird auf beiden Seiten des Atlantiks über Zombi-Unternehmen und Zombi-Märkte diskutiert, die nur dank dem Eingreifen der Notenbanken am Leben gehalten werden. Schon jetzt wirken die Rettungsmaßnahmen aus der Finanzkrise nur wie eine Trockenübung für die Turbulenzen, die wir im März gesehen haben. Es ist längst nicht garantiert, dass die Notenbanken beim nächsten Mal wieder die erfolgreichen Retter sein können.

    Mehr: Hedgefonds und anderen Akteuren droht im Herbst eine härtere Regulierung. Die Marktturbulenzen in der Coronakrise haben Notenbanken misstrauisch gemacht.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: In der Coronakrise braucht es mehr Regulierung für die Schattenbanken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • In USA und Europa waren sich die Politiker nach der Lehmann-Pleite einig und haben Stein und Bein geschworen, die Märkte zu regulieren. Kaum etwas ist geschehen. Wenn sich die derzeit laschen Politiker, und anscheinend im Vergessen befindlich, nicht endlich zu einem Verbot der Hedge-Fonds entschließen, entschließen sich die Märkte, beim nächsten Chaos, für das Ende der Parlamentszugehörigkeit von so manchen Politikern. Vor allem die Jung-Politiker, die sonst nichts gelernt haben, sollten auf der Hut sein. Ihre Inkompetenz könnte sie in einen normalen Job abstürzen lassen mit einer ebenso bitteren Existenz wie der Großteil der gewöhnlich Werktätigen. Eine abgestürzte SPD-Parlamentarierin putzt schon für andere Leute.

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