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Kommentar In der Coronakrise schlägt die Stunde der Discounter

Der Handel muss sich schleunigst auf das veränderte Kaufverhalten einstellen. Wer hohe Preise verlangt, gerät jetzt unter Rechtfertigungsdruck.
20.07.2020 - 10:58 Uhr Kommentieren
Angesichts der drohenden Rezession reduzieren viele Menschen ihre Konsumausgaben. Quelle: imago/photothek
Einkauf beim Discounter

Angesichts der drohenden Rezession reduzieren viele Menschen ihre Konsumausgaben.

(Foto: imago/photothek)

Es ist eine Zahl, die bei vielen Handelsunternehmen heute wohl Bauchschmerzen auslöst: Rund 7,9 Milliarden Euro haben Händler in Deutschland im vergangenen Jahr in den Bau, die Technik und nicht zuletzt in die immer schönere und luxuriösere Ausstattung ihrer Ladengeschäfte gesteckt. Damit sind diese Investitionen in den vergangenen drei Jahren noch um 15 Prozent gestiegen – obwohl immer mehr Kunden online kaufen, statt in die Läden zu gehen.

Die Folgen der weltweiten Pandemie haben vielen von ihnen jetzt plötzlich klargemacht, dass diese Investitionen auf einen Schlag wertlos sein könnten. Denn als viele Geschäfte schließen mussten, zählte auf einmal nur noch, dass die Produkte online bestellbar waren und dass sie möglichst effizient zum Kunden gebracht wurden.

Gefragt war auch kein Luxus mehr, sondern fast nur noch Güter des täglichen Gebrauchs. Auf die Ausnahmesituation reagierten die Kunden mit einer Besinnung auf das Wesentliche – verzichtbare Ausgaben wurden aufgeschoben, angesichts des weltweiten Schreckens schien Freude am Kaufen unangebracht.

Doch wer gedacht hatte, dies sei nur eine kurze Verschnaufpause im Konsum gewesen, dürfte sich getäuscht haben. Auch mit der Wiedereröffnung der Läden werden die Umsätze im Handel nicht wieder auf das alte Niveau steigen.

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    Denn es sind nicht nur die Maskenpflicht und die Abstandsregeln, die abschrecken. Viele Konsumenten verringern angesichts der drohenden Rezession ihre Ausgaben. Und andere haben in der Phase des Lockdowns ihr Konsumverhalten grundsätzlich infrage gestellt.

    Nachweisbarer Mehrwert ist überlebenswichtig

    Damit wird die Coronakrise zur Stunde der Discounter. Wenn immer mehr Menschen auf ihr Geld achten müssen, profitieren in erster Linie Billiganbieter wie Aldi und Lidl. Aber auch im Modehandel beispielsweise könnten Discounter wie Kik oder Takko sich neue Kundengruppen erschließen.

    Alle anderen Händler müssen sich dieser neuen Realität stellen und schleunigst reagieren. Wenn das Preisniveau allgemein unter Druck gerät, müssen sie von den Discountern lernen und ihre Strukturen auf Effizienz trimmen. Denn diese bieten ja auch keine schlechte Qualität an, sondern können nur deshalb zu niedrigen Preisen verkaufen, weil sie die Kosten weitestmöglich reduziert haben.

    Wer trotzdem noch zu höheren Preisen verkaufen will, der muss dem zunehmend kritischer werdenden Kunden nachweisbaren Mehrwert liefern. Das kann eine nachhaltigere und verantwortungsbewusste Produktion sein, beispielsweise in der Nutztierzucht. Das können gesündere Inhaltsstoffe sein oder bessere Materialien. Bekannte Marken und eine schicke Präsentation dürften künftig nicht mehr ausreichen, um hohe Profite zu erzielen.

    Mehr: Für den Einzelhandel ist die Krise längst nicht ausgestanden

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