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Kommentar In der deutschen Autoindustrie herrscht ein Kampf um die Konzepte

Volkswagen und BMW streiten sich leidenschaftlich um die die Förderung neuer Antriebstechniken. Dahinter stecken handfeste Konzerninteressen.
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VW drängt darauf, alle Förderinstrumente auf reine Elektroantriebe auszurichten. Quelle: dpa
VW-Chef Herbert Diess

VW drängt darauf, alle Förderinstrumente auf reine Elektroantriebe auszurichten.

(Foto: dpa)

Leidenschaftlich zanken sich die Chefs der Autoindustrie um die Förderung neuer Antriebstechniken. Der Druck ist groß, denn nach wie vor machen die Kunden um die Stromer einen Bogen. Nicht einmal zwei Prozent der in Deutschland verkauften Autos haben einen Elektroantrieb.

Viel zu wenige, wenn Daimler, BMW und der VW-Konzern die EU-Klimavorgaben in der nächsten Dekade erreichen wollen. Wenn der Markt in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht in Gang kommt, droht der Autoindustrie nicht nur ein massiver Imageschaden – auch hohe Strafzahlungen an die Europäische Union sind dann möglich.

Dass der Staat den Hochlauf der Elektroautos subventionieren muss, darin sind sich die Autobosse einig. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Der VW-Konzern drängt darauf, alle Förderinstrumente auf reine Elektroantriebe auszurichten. Anders als bei BMW und Daimler sollen Hybridantriebe in Zukunft weniger Gewicht erhalten.

Zudem sollen die milliardenschweren Dieselsubventionen in Richtung Stromautos umgeschichtet werden. Verbrennungsmotoren haben in dem VW-Konzept keine große Zukunft mehr.

Das gefällt BMW-Chef Harald Krüger überhaupt nicht, denn er hat eine andere Vorstellung als VW-Kollege Herbert Diess. VW stellt seine Elektroautos der I.D.-Serie auf eine eigene Plattform, das heißt eine eigene technische Architektur jenseits der bestehenden Modellpalette.

BMW hingegen stellt seine Elektroautos auf die gleichen technischen Plattformen wie seine konventionellen Modelle. Volkswagen baut für seine Elektroautos mit Zwickau, Emden und Hannover drei seiner deutschen Produktionswerke zu E-Fabriken um. BMW will seine bestehenden Standorte so umrüsten, dass Verbrenner, Hybride und Stromautos von einem Band laufen können. Deshalb pocht Konzernchef Harald Krüger so entschieden auf „Technologieoffenheit“ in der Ausgestaltung der Förderung.

Hinter dem Konflikt stehen grundlegende Interessen: Als Massenhersteller lebt Volkswagen von großen Stückzahlen mit eher dünnen Margen. Der jetzt bevorstehende Antriebswechsel macht für den Konzern nur dann Sinn, wenn die neue Technik schnell mit hohen Stückzahlen und massiver staatlicher Förderung eingeführt wird. BMW hingegen zieht aus geringeren Stückzahlen deutlich mehr Marge.

Die Münchener können es sich nicht leisten, nur auf einen Antrieb zu setzen und ganze Standorte allein auf Elektroantriebe umzustellen. Die deutschen Werke sind für BMW auch die Exportbasis für Märkte wie die USA, den Nahen Osten oder Russland, wo noch auf Jahre große Verbrennungsmotoren gefragt sein werden. Auch für diese Kunden will BMW „technologieoffen“ bleiben.

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