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Kommentar In der Übergangszeit spielen Gaskraftwerke und Kohlekraftwerke noch eine bedeutende Rolle

Der Energietechnik-Konzern sendet ein wichtiges Zeichen in die gesamte Branche. Doch der Kohleausstieg fällt halbherzig aus – gezwungenermaßen.
10.11.2020 - 16:36 Uhr Kommentieren
Siemens Energy hat einen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohlekraft verkündet. Quelle: dpa
Kohlekraftwerk Mehrum

Siemens Energy hat einen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohlekraft verkündet.

(Foto: dpa)

Die große Stärke des neuen Energietechnik-Konzerns Siemens Energy ist auch eine Schwäche: die breite Aufstellung. Kaum ein Unternehmen weltweit bildet mit seinem Portfolio die gesamte Kette ab: von der Stromerzeugung mit konventionellen Kraftwerken über die Erneuerbaren bis hin zur Stromverteilung.

So eine ausbalancierte Produktpalette hilft gerade in konjunkturell unsicheren Zeiten. Doch können sich enger zugeschnittene Konkurrenten wie der Windkraft-Spezialist Vestas dafür als grüne Unternehmen vermarkten. Siemens Energy hat zwar ebenfalls Windräder im Angebot, doch ebenso Turbinen, die in Gas- und Kohlekraftwerken eingesetzt werden. Von Anbeginn an steht der neue Konzern daher im Kreuzfeuer der Kritik von Klimaaktivisten.

CEO Christian Bruch stand nun vor einer schwer lösbaren Aufgabe: Er musste einen Kohleausstiegsplan verkünden, um kritische Investoren und Klimaaktivisten zufriedenzustellen. Doch gleichzeitig durfte er seine Kunden nicht vor den Kopf stoßen. Fast alle wollen zwar den Wandel zu den erneuerbaren Energien schaffen, doch werden viele noch lange auch auf Kohle und Gas setzen. Die Energiewende kommt in unterschiedlichen Märkten in unterschiedlichem Tempo voran.

So kam ein nicht sonderlich mutiger Kompromiss heraus – ein anderer war wohl nicht möglich: Siemens Energy beteiligt sich nicht mehr an neuen Kohlekraftwerkprojekten. Das ist ein Signal in die Energiebranche hinein. Das Zeitalter der Kohle wird enden, wenn auch erst in vielen Jahren. Der Konkurrent General Electric hatte sich ähnlich positioniert.

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    Doch klingt der Siemens-Schritt radikaler, als er in Wahrheit ist. Unterschriebene Verträge wird Siemens Energy – wie auch die Siemens-Bahntechnik im umstrittenen Fall des Adani-Kohlekraftwerks in Australien – erfüllen. Die Kunden erwarten Vertragstreue.

    Zudem wird Siemens Energy nicht auf den margenstarken Service für Kohlekraftwerke verzichten. Diese Wartungsverträge laufen noch viele, viele Jahre und sind ein wichtiges Element der Börsenstory des Unternehmens. Zumal die Windkrafttochter Siemens Gamesa zuletzt Verluste machte.

    In der Energiebranche, das zeigt Bruchs halbherzige Verkündung, gibt es keine einfachen Lösungen. Die Klimaziele werden nur erreicht werden können, wenn der Umstieg auf die Erneuerbaren stark beschleunigt wird. Doch in der Übergangszeit werden effiziente Gaskraftwerke und auch Kohlekraftwerke noch eine bedeutende Rolle bei der Energieerzeugung weltweit spielen. Die Energiewende wird nicht über Nacht gelingen.

    Mehr: Wie Corona den Weltenergiemarkt neu ordnet.

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