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Kommentar Indiens Konjunktureinbruch könnte für Modi ein heilsamer Schock sein

Indiens Wirtschaftswachstum ist sechs Quartale in Folge gesunken. Premier Narendra Modi muss seinen Visionen nun konkrete Pläne folgen lassen.
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Der indische Premierminister will dass sein Land bis 2024 zur einer Fünf-Billionen-Dollar-Volkswirtschaft aufsteigt. Quelle: dpa
Narendra Modi

Der indische Premierminister will dass sein Land bis 2024 zur einer Fünf-Billionen-Dollar-Volkswirtschaft aufsteigt.

(Foto: dpa)

An Ambitionen mangelt es Indiens Regierungschef Narendra Modi nicht. Bei Auftritten im Ausland, wie zuletzt beim Gipfel der BRICS-Länder in Brasilien, erklärt er dem Publikum, dass Indien seinem Willen nach bis 2024 zu einer Fünf-Billionen-Dollar-Volkswirtschaft aufsteigen soll. Das würde beinahe eine Verdoppelung der Wirtschaftsleistung im Vergleich zum vergangenen Jahr bedeuten.

Doch ganz nach dem Motto „Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch“ dürfte auch Modi zunehmend klar werden, dass das Werben für Indien als neue Wachstumshoffnung der Weltwirtschaft allein nicht ausreicht, um dem Subkontinent zum Durchbruch zu verhelfen.

Sechs Quartale in Folge ist Indiens Wirtschaftswachstum unter Modi abgesackt und lag zuletzt bei nur noch 4,5 Prozent, wie die Statistikbehörde des Landes am Freitag mitteilte. Das wäre für viele Industrieländer ein guter Wert, für Indien ist es aber der tiefste Stand seit Modis Amtsantritt vor fünfeinhalb Jahren.

Ein solches Wachstum fühlt sich in einem Land, dessen Bevölkerung im Schnitt alle 21 Tage um eine Million Menschen zunimmt, an wie anderswo eine Rezession. Modis Fünf-Billionen-Dollar-Wunsch liegt unter diesen Voraussetzungen in einer fernen Zukunft.

Die gute Nachricht ist: Es besteht Hoffnung, dass der Konjunktureinbruch für Modi ein heilsamer Schock ist. Seit dem Beginn seiner zweiten Amtszeit vor sechs Monaten hat der Reformeifer spürbar zugenommen. Die Regierung senkte die Körperschaftsteuer, erleichterte ausländische Investitionen und stützte den angeschlagenen Finanzsektor. Am Wochenende deutete Finanzministerin Nirmala Sitharaman weitere Strukturreformen an.

Es wäre Indien zu wünschen, dass die Regierung es ernst meint und nun auch schwierige Themen wie beispielsweise eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts und die Privatisierung von Staatsbanken anpackt. Dann wäre diese Krise für Modi eine Chance, seinen ambitionierten Zielen tatsächlich näher zu kommen.

Mehr: Mehr als 1,2 Billionen Euro sollen die schwächelnde indische Wirtschaft stärken. Doch ohne Strukturreformen könnte die Finanzspritze wirkungslos bleiben.

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