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Kommentar Insurtertechs stehen vor dem Ende ihrer Schonfrist

Für viele Insurtechs wird der Markt mit dem Vorstoß des Start-ups Lemonade zur Bewährungsprobe. Da liegt auch daran, dass die US-Amerikaner den Zeitgeist treffen.
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Insurtechs wie Lemonade nutzen die neuste Technik, um Nutzer anzusprechen – und machen damit etablierten Versicherern Konkurrenz. Quelle: dpa
Frau am Smartphone

Insurtechs wie Lemonade nutzen die neuste Technik, um Nutzer anzusprechen – und machen damit etablierten Versicherern Konkurrenz.

(Foto: dpa)

In dem britischen Film „Julia, Naked“ muss ein Mann namens Duncan, der den Rockstar Tucker Crowe anhimmelt, erleben, wie dieser plötzlich mit seiner Freundin anbandelt. Es ist eine Erfahrung, die ein wenig der Gefühlslage ähnelt, in der sich gerade manches deutsche Versicherungs-Start-up befinden dürfte.

Immer wieder gerne vergleichen sich deutsche Insurtechs mit dem US-Start-up Lemonade. Doch seit dieser Woche ist mit der Ankündigung der Amerikaner, auf dem deutschen Markt anzugreifen, für viele aus dem Vorbild urplötzlich ein nicht zu unterschätzender Gegner geworden.

Denn der Vorstoß der Amerikaner könnte für den einen oder anderen Gründer das vorzeitige Ende der Schonfrist bedeuten. So kommt mit Lemonade jetzt ein Shootingstar der Start-up-Szene auf den deutschen Markt, der in den USA bereits Achtungserfolge erzielt hat.

Seit Herbst 2016 ist Lemonade auf dem US-Markt und hat bereits rund 500.000 Kunden gewonnen. Versicherungsschutz per App, kein Papierkram und verständliche Produkte bieten freilich auch deutsche Insurtechs, wie die Neugründungen der Branche genannt werden.

Doch Lemonade bringt noch eine weitere Komponente ins Spiel: Anders als viele Konkurrenten lockt die Firma mit sozialem Engagement. Sie kassiert nur 25 Prozent der Prämieneinnahmen für sich. Was vom Rest nach Abzug der Rückversicherungskosten und Schäden übrig bleibt, geht an wohltätige Organisationen. Das trifft genau den Zeitgeist der jungen, digitalaffinen Kunden.

Junge deutsche Firmen wie One aus der Wefox-Gruppe, Caya und das Heidelberger Start-up Getsafe müssen sich deshalb auf wachsende Konkurrenz einstellen. Früher als von manchem Gründer gedacht, müssen die jungen Firmen jetzt im Praxistest nachweisen, dass ihr Markenkonzept auch im Vergleich zum Vorbild trägt. In „Juliet, Naked“ trennt sich die Freundin von Duncan. Die deutschen Insurtechs müssen nun beweisen, dass sie mit der Herausforderung durch Lemonade besser zurechtkommen.

Mehr: Künstliche Intelligenz wird die Versicherungsbranche aufmischen – allerdings auch zahlreiche Jobs kosten.

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