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Kommentar Intel sollte sich bei der Neuausrichtung ein Beispiel an Microsoft nehmen

Der weltgrößte Chiphersteller braucht einen Kurswechsel. Dass die Wende gelingen kann, beweist der langjährige Partner Microsoft.
14.01.2021 - 16:04 Uhr Kommentieren
Der Chipkonzern braucht eine strategische Neuausrichtung. Quelle: dpa
Intel

Der Chipkonzern braucht eine strategische Neuausrichtung.

(Foto: dpa)

Wenn die Vorstandsvorsitzenden fast so häufig wechseln wie die Kalender, dann ist etwas faul in einem Unternehmen. So ist es auch bei Intel. In den ersten fast fünf Jahrzehnten kam der weltgrößte Chiphersteller mit nur fünf CEOs aus. Es war eine insgesamt sehr erfolgreiche Zeit. Nun nimmt Pat Gelsinger auf dem Chefsessel Platz – der dritte Manager innerhalb von vier Jahren.

Der 59-Jährige hat einen einzigen Auftrag, aber der hat es in sich: Gelsinger muss den schleichenden Niedergang stoppen. Intel ist zwar immer noch hochprofitabel. Aber Konkurrenten wie AMD und Nvidia haben den Chip-Pionier aus dem Silicon Valley technologisch abgehängt. Genauso bedrohlich ist, dass Kunden wie Apple, Amazon oder Microsoft inzwischen ihre eigenen Prozessoren entwickeln. Diese Bauteile sind das Gehirn eines jeden Rechners und das Kerngeschäft von Intel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Umsätze anfangen abzubröckeln und damit auch die Marge.

Der ehemalige Chip-Designer muss daher das gesamte Geschäftsmodell von Intel hinterfragen. Seine wichtigste Entscheidung betrifft die Fabriken: Soll Intel auch künftig noch komplett auf die eigene Fertigung setzen? Die hat ihren jahrzehntelangen Vorsprung eingebüßt. Alle Versuche, aufzuholen, sind bislang gescheitert. Stattdessen könnte auch Intel den Auftragsfertiger TSMC nutzen, der über fortschrittlichere Abläufe verfügt. Ein solcher Wechsel dauert aber Jahre, daher steht Gelsinger von Anfang an unter Zeitdruck.

Gelsinger ist zudem gezwungen, Intel auch technologisch neu aufzustellen. Er war einst Teil des Teams, das den wegweisenden 8086-Prozessor entwickelt hat. Auf der sogenannten X86er-Architektur gründet der Erfolg von Intel. Trotz gewaltiger Ressourcen hat es der Konzern nie geschafft, jenseits der Computer nennenswert neue Absatzmärkte zu erschließen.

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    Geradezu spektakulär gescheitert sind die Ingenieure dabei, stromsparende Chips für den Mobilfunk zu entwickeln. Es war der kleine britische Halbleiterdesigner Arm, der eine Technologie hervorbrachte, die heute weltweit genutzt wird – zunächst in Smartphones, inzwischen auch in Notebooks.

    Intel braucht einen Geniestreich

    Intel braucht wieder einen technologischen Durchbruch wie den 8086er. Und Gelsinger muss die Voraussetzungen schaffen, dass solch ein Geniestreich gelingt.

    Dass eine radikale Neuausrichtung eines arrivierten Tech-Konzerns durchaus möglich ist, beweist Microsoft. Vor einigen Jahren stand der größte Softwarehersteller der Welt genau so da wie heute Intel. Mit einem neuen Kopf an der Spitze gelang die Neuausrichtung des langjährigen Intel-Partners. Microsoft kann sich längst wieder mit Angreifern wie Google oder Amazon messen.

    Fest steht momentan nur, dass es mehrere Jahre dauern wird, ehe sich jegliche Veränderung auszahlt. Das Halbleitergeschäft ist hochkomplex und äußerst kapitalintensiv.

    Wenn ein Manager Intel aufrichten kann, dann Gelsinger. Er verfügt über das technische Verständnis und die Erfahrung, einen Konzern zu führen. Zudem kennt er den Konzern in- und auswendig. Eins ist durchaus hilfreich: Intel verdient jedes Quartal mehrere Milliarden Dollar. Damit lässt sich die Zukunft deutlich einfacher gestalten als mit leeren Kassen.

    Mehr: AMD und Apple bedrohen Intels Vormachtstellung – Konzern tauscht Chef aus

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