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N26

Die Smartphone-Bank ist seit Anfang 2015 in Deutschland aktiv.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Kommentar Internationale Geldgeber finanzieren zunehmend deutsche Start-ups – Das ist ein Grund zur Sorge

Viele deutsche Start-ups werden mit Millionen Euro aus internationalen Fonds finanziert. Das wird für Europa zu einem Problem.
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Fast so alt wie die deutsche Gründerszene ist die Klage vieler Unternehmer, sie kämen nicht an Geld: Hätten sie nur mehr Kapital, würde es auch in Europa schon bald mehr digitale Technologiefirmen von Weltrang geben. In einigen Fällen mag das gestimmt haben, in anderen waren schlicht die Geschäftsmodelle zu schwach.

Denn es gibt immer mehr Erfolgsgeschichten: Zahlreiche junge deutsche Unternehmen haben zuletzt zig Millionen Euro Kapital eingesammelt: Die Smartphone Bank N26, das Berliner Versicherungs-Start-up Wefox oder das Gebrauchtwagenportal Auto1, um nur die prominentesten zu nennen.

Doch das Geld für die Wachstumsunternehmen kommt in vielen Fällen nicht aus Deutschland – sondern von Investoren aus der ganzen Welt. Aus Japan, Saudi-Arabien und den USA.

Das zunehmende Interesse der internationalen Geldgeber zeigt, wie attraktiv deutsche und europäische Start-ups inzwischen sind. Sie können mit den zusätzlichen Mitteln neue Programmierer einstellen, größere Büros mieten und neue Märkte erschließen.

Doch für Europa sind die Finanzspritzen aus Asien und den USA problematisch. Wenn immer größere Teile der wichtigsten Wachstumsunternehmen nicht-europäischen Investoren gehören, fließt auch ein großer Teil ihrer Renditen an diese. Beispielsweise an US-amerikanische oder arabische Pensionsfonds.

Zudem können die Investoren beeinflussen, wo die jungen Firmen expandieren, mit wem sie kooperieren und wo sie neue Mitarbeiter einstellen. Wenn ein Start-up mehrheitlich einem chinesischen Investor gehört, wird sich dieses Unternehmen eher in Richtung China orientieren.

Allein der japanische Investor Softbank investiert mit seinem Vision Fund weltweit rund 100 Milliarden Dollar und kontrolliert heute schon einige der wichtigsten Technologiefirmen der Welt. Auch in Deutschland schlägt Softbank immer häufiger zu.

Einige Investoren fürchten bereits, Europa könne die Kontrolle über seine wichtigsten Wachstumsunternehmen verlieren. Um mehr inländisches Kapital zu mobilisieren, fordern die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), die KfW und namhafte Start-up-Geldgeber, Investitionen in junge Technologiefirmen für wohlhabende Privatleute und Pensionsfonds in Deutschland wesentlich zu erleichtern. Banken und Versicherungen müssen bislang hohe Eigenkapital-Risikopolster vorhalten, wenn sie in junge Unternehmen investieren.

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Dieser Vorstoß ist richtig und überfällig. Ein solcher Schritt könnte tatsächlich einige Milliarden zusätzliches Geld bringen.

Und längst ist klar, dass Venture-Capital keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft ist, die sich auszahlt: In den USA haben sich Venture-Capital-Fonds als Ergänzung im Portfolio von Versicherungen und Pensionsfonds längst etabliert und bringen seit Jahren zweistellige Renditen.

Wenn Deutschland das Feld öffnet, könnten die Rentner von heute von den innovativen Ideen ihrer Enkel profitieren, weil Pensionsfonds und Versicherungen in deren Start-ups investieren. Eigentlich doch ein schöner Gedanke.

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