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Kommentar Intransparenz gefährdet die Fortschritte der digitalen Medizin

Google soll Zugang zu sensiblen Daten von Millionen Patienten bekommen haben, ohne dass diese davon wussten. Für E-Health ist das ein schwerer Rückschlag.
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Der Internetkonzern soll Zugang zu sensiblen Daten von Millionen Patienten bekommen haben – ohne dass die Betroffenen davon wussten. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
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Der Internetkonzern soll Zugang zu sensiblen Daten von Millionen Patienten bekommen haben – ohne dass die Betroffenen davon wussten.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Der Gesang der Nachtigall gilt als besonders schön und wohltuend, was den Vogel in der antiken Mythologie zu einem Symbol der Liebe und Sehnsucht machte. Die Nachtigall gilt seit jeher aber auch als Wesen, dessen Gesang schwer Erkrankten schnelle Linderung bringen soll.

Letztere Bedeutung muss die Manager des Datenkonzerns Google dazu bewegt haben, eines ihrer bedeutendsten Projekte im Medizingeschäft nach dem Vogel zu benennen. Nightingale, Nachtigall, heißt die Kooperation von Google und Ascension, dem zweitgrößten Gesundheitsversorger der USA.

Google soll für den Betreiber von 150 Kliniken in 20 US-Bundesstaaten Software entwickeln, Künstliche Intelligenz soll dort die Versorgung und Abläufe besser machen.

Das klingt nachtigallenhaft schön. Allerdings schwingen bei dem Megaprojekt einige Misstöne mit. Google soll Zugang zu sensiblen Daten von Millionen Patienten bekommen haben – ohne dass die Betroffenen davon wussten. Daten aus ihrer Krankheitsgeschichte gehören dazu, Laborergebnisse, Arztdiagnosen und Krankenhausaufenthalte.

Schon seit einem Jahr kooperieren die Firmen miteinander, ohne Öffentlichkeit, Ärzte und Patienten zu informieren. Erst durch einen Bericht des „Wall Street Journals“ wurde der Deal nun publik.

Dass Google mit derartigen Projekten nicht an die Öffentlichkeit drängt, wundert nicht. Schon im Stammgeschäft der Suche ist für Laien kaum nachvollziehbar, welche Daten der Konzern sammelt und wie er sie nutzt.

Für das Megathema E-Health aber ist Intransparenz eine ganz besondere Gefahr. Das Sammeln und intelligente Interpretieren von Daten im Gesundheitssektor verspricht zwar einen riesigen Sprung in der medizinischen Therapie.

Das geht aber nicht hinter dem Rücken der Betroffenen und Beteiligten, sondern nur, wenn mit den sensiblen Daten transparent umgegangen wird und die Patienten über die Verwendung dieser persönlichen Daten mitbestimmen.

Mehr: Durch die Zusammenarbeit mit einem der größten US-Gesundheitssysteme hat Google Zugriff auf sensible Daten. Die Patienten haben davon nichts gewusst.

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