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Kommentar Irans Kraftmeierei ist eine direkte Folge von Trumps Schwäche

Nach den bislang folgenlosen Provokationen aus Teheran steigt in Israel die Angst vor einer Konfrontation. Das könnte zu einer Kurzschlussreaktion führen.
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Der iranische Präsident hat sich in dieser Woche erneut über das internationale Atomabkommen hinweggesetzt. Quelle: dpa
Hassan Ruhani

Der iranische Präsident hat sich in dieser Woche erneut über das internationale Atomabkommen hinweggesetzt.

(Foto: dpa)

Gleich zwei Mal hat sich Teheran diese Woche über seine Verpflichtungen im internationalen Atomabkommen hinweggesetzt. Die Urananreicherung in der Anlage Fordo werde wieder aufgenommen, hieß es am Dienstag. Am Tag zuvor hatte der Iran über eine weitere Erhöhung der Produktion angereicherten Urans informiert.

Gemäß der internationalen Vereinbarung, an die sich nach der Kündigung durch US-Präsident Donald Trump nur noch die Europäer halten, wäre der Iran verpflichtet, auf eine Erhöhung seiner Anreicherungskapazitäten zu verzichten.

Jetzt steigt das Risiko einer Konfrontation zwischen Israel und dem Iran. Weder Jerusalem noch Teheran wollen zwar einen direkten Krieg. Den Strategen in beiden Ländern ist klar, dass der Preis hoch wäre. Israel könnte sich vor einem iranischen Raketenangriff nur begrenzt schützen, und der Iran müsste mit gezielten Angriffen der israelischen Luftwaffe auf seine Nuklearanlagen rechnen.

Aber, warnen Experten in Tel Aviv, eine Kurzschlussreaktion in Teheran oder in Jerusalem könnte eine militärische Auseinandersetzung auslösen. Da der Iran über Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern verfügt, wäre nicht nur der Erzfeind in Israel im Visier der Mullahs, sondern auch Saudi-Arabien.

Die Ankündigung der Urananreicherung ist eine bewusste Provokation Teherans. Doch die Iraner haben aus zwei Gründen keine Angst vor den Folgen möglicher Strafmaßnahmen. Auch wenn die von den USA verhängten Sanktionen schmerzen, ist das Land weit von einem Wirtschaftskollaps entfernt.

Israel fehlt ein Zeichen der Unterstützung

Die Versorgung wird mit Schmugglerware aus der Türkei und aus Afghanistan aufrechterhalten, zudem besteht im Außenhandel eine gut funktionierende Kooperation mit Russland und China. Nach einer starken Rezession wird die iranische Volkswirtschaft laut einer Studie der Weltbank im nächsten Jahr sogar wieder wachsen.

Hinzu kommt, dass sich Teheran durch Amerika militärisch nicht mehr einschüchtern lässt. Nachdem der Iran im September die halbe Erdölproduktion Saudi-Arabiens mit einem Raketenangriff lahmlegen konnte, ohne dass danach Washington oder Riad zu einem Gegenschlag ausholten, glauben die Ajatollahs, ihre Abenteuerlust künftig ungestraft ausleben zu können.

Weil Washington seinen Alliierten im Königreich nicht verteidigt hat, befürchten Israels Politiker, dass die USA ihr Land bei einem Angriff des Irans im Stich lassen könnten. Die iranisch-israelische Stimmungslage ist gefährlich: Während Teheran glaubt, ohne Angst vor Strafmaßnahmen provozieren zu können, steigt in Jerusalem die Nervosität. Das könnte im Nu zu unüberlegtem Handeln führen.

Mehr: Am Persischen Golf könnte sich ein Wettrüsten entwickeln. Europa könnte handeln und sich damit deutlich von Trumps Politik abwenden.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Irans Kraftmeierei ist eine direkte Folge von Trumps Schwäche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Angriff Irans auf Saudi-Arabien ist ziemlich zweifelhaft, wenn auch nicht ausgeschlossen.
    Der Iran ist bei weitem nicht so abenteuerlustig wie dargestellt.
    Bisher war es einzig Israel, daß daß von Luftangriffen auf zivile Ziele bis hin zum Mord an iranischen Wissenschaftlern aktiv war.
    Mittlerweile offiziel von Israel bestätigt.
    Der letzte Satz zeigt die wahre Gefahrenquelle : Israel.
    Dafür sei dem Autor gedankt.