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Kommentar Isabel Schnabel spielt eine Schlüsselrolle für das Verhältnis der Deutschen zur EZB

Die neue EZB-Direktorin füllt ihre Rolle bei der Notenbank deutlich anders aus als ihre Vorgängerin. Das bietet die Chancen für Deutschland und die EZB.
14.02.2020 - 17:46 Uhr Kommentieren
Neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel: Neue Chance für das Thema Geldpolitik in Deutschland
Neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel

„Mit ihr kommt eine deutsche Vertreterin in den Rat, die die Geldpolitik der EZB im Land erklärt“, sagt Autor Jan Mallien.

Quelle: Reuters

Frankfurt In kaum einem anderen Euro-Land ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) so umstritten wie in Deutschland. Mit der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde verbinden sich große Hoffnungen, dass sich an der kritischen Wahrnehmung etwas ändert.

Noch wichtiger für das künftige Verhältnis der Deutschen zur EZB ist jedoch die Rolle der neuen EZB-Direktorin Isabel Schnabel. Sie wird diese ganz anders ausfüllen als ihre Vorgängerin Sabine Lautenschläger, das hat sie einmal mehr in der vergangenen Woche gezeigt, als sie in einem Vortrag die zunehmende Verrohung der Sprache bei Kritikern der Geldpolitik beklagte und mit Argumenten konterte.

Das bietet Chancen für Deutschland und die EZB.
Bislang saßen mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und dem Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger zwei Vertreter aus Deutschland im EZB-Rat, die zu den prominentesten Kritikern der lockeren Geldpolitik zählen und sich vor allem als Mahner verstanden.

Internationales Image der Deutschen verbessern

Schnabel dagegen nimmt eine andere Rolle ein. Mit ihr kommt erstmals seit langer Zeit eine deutsche Vertreterin in den Rat, die die Geldpolitik der Notenbank im Land erklärt und verteidigt. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kann diese Rolle schwer ausfüllen, weil er zu den Kritikern wichtiger Teile der Geldpolitik zählt.

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    Auch für Deutschland bietet das Chancen. Anders als ihre Vorgängerin Lautenschläger, die kaum Einfluss auf die Geldpolitik der EZB hatte, hat Schnabel mit dem Ressort Märkte einen Schlüsselposten inne.

    Sie ist für die Umsetzung der Geldpolitik wie etwa der Anleihekäufe zuständig. Außerdem ist sie neben EZB-Chefökonom Philip Lane die einzige, die vor jeder Ratssitzung zur Lage an den Märkten referiert und damit auch Themen setzen kann.

    Die Mitglieder des EZB-Rats sind zwar keine nationalen Interessenvertreter, aber dennoch spielt ihre Prägung eine Rolle. Daher ist es durchaus von Vorteil, wenn eine Deutsche zum Machtzentrum der Notenbank gehört.

    Zudem hilft dies auch, weit verbreiteter internationaler Kritik entgegenzutreten. Deutschen Geldpolitikern wird oft unterstellt, grundsätzlich alles abzulehnen. Der frühere EZB-Chef Draghi hat das einmal ziemlich deutlich ausgesprochen, als er auf Deutsch sagte, „Nein zu allem“ sei keine Lösung. Über diesen Vorwurf ist Schnabel erhaben.

    Der Ruf deutscher EZB-Vertreter hat außerdem darunter gelitten, dass inklusive Lautenschläger bereits drei deutsche Direktoriumsmitglieder vorzeitig hingeschmissen haben. Jörg Asmussen und Jürgen Stark sind die anderen beiden.

    Bei Stark und wohl auch bei Lautenschläger spielten inhaltliche Differenzen eine Rolle. Auch dieses Risiko ist bei Schnabel gering, weil sie die aktuelle Geldpolitik unter dem Strich befürwortet.

    Mehr: Immer mehr Deutsche lehnen EZB-Niedrigzinspolitik ab

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