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Kommentar Israel als Corona-Vorbild: Die Debatte um Impfprivilegien ist für Deutschland realitätsfern

Das Ticket in die Freiheit klingt verlockend. Aber angesichts einer nicht vergleichbaren Impfquote wie in Israel passt eine adäquate Forderung in Deutschland nicht.
22.02.2021 - 17:56 Uhr Kommentieren
Eine Debatte über Privilegien für Corona-Geimpfte ist in vollem Gange. Quelle: Reuters
Impfstation

Eine Debatte über Privilegien für Geimpfte ist in vollem Gange.

(Foto: Reuters)

Israel ist in der Pandemie das große Vorbild beim Impfen. Das Land hat es geschafft, großen Teilen der Bevölkerung in Rekordzeit einen Schutz gegen das Coronavirus zu geben. Auch die israelische Öffnungsstrategie gilt manchen als Modell für Deutschland: die Bürger erhalten ihre Freiheitsrechte zurück, wenn sie geimpft worden sind.

Eine Studie aus Israel nährt die Hoffnung, dass das Vakzin von Biontech und Pfizer nicht nur vor einer Infektion oder zumindest schweren Krankheitsverläufen schützt, sondern auch die Weitergabe des Virus verhindern könnte.

Sind Impfpass oder auch Immunitätsausweis nach überstandener Corona-Infektion also die Tickets in die Freiheit? Diese Vorstellung mag nach Monaten des Lockdowns in Deutschland verlockend klingen.

Gegenwärtig wirken Debatten über einen Impfbonus im Alltag allerdings realitätsfern: Weniger als zwei Millionen Bundesbürger haben bislang einen vollen Schutz mit Erst- und Zweitimpfung erhalten. Eine Impfquote wie in Israel könnte womöglich erst im Sommer erreicht sein.

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    Immer wieder wurde in der Pandemie über Privilegien für Geimpfte oder Genesene diskutiert – wobei der Begriff nicht ganz glücklich gewählt ist, schließlich handelt es sich um die Rückgabe von Grundrechten. Das sollte kein Privileg sein, sondern eine Selbstverständlichkeit.

    Staat und Gesellschaft stehen vor einem Spaltungsrisiko

    In der Debatte müssen zudem zwei Dinge getrennt werden: die Einschränkungen der Freiheit durch den Staat und die Entscheidungen von Unternehmen, ob sie Kunden je nach Impfstatus unterschiedlich behandeln. Der Ethikrat hat dazu Anfang des Monats eine klare Empfehlung vorgelegt. Der Staat sollte Geimpfte bei den Lockerungen demnach nicht bevorzugen. Dem Besitzer eines Restaurants stünde es dagegen frei, seine Tische nur gegen Vorlage einer Impfbescheinigung zu vergeben.

    Für den Staat und die Gesellschaft stellt sich die Frage, ob sie das Spaltungsrisiko eingehen wollen, das hinter einer Aufteilung der Bürger in Geimpfte und Nicht-Geimpfte steht. Die Frage für Unternehmer lautet, ob eine Kontrolle von Impfdokumenten bei Kunden ihnen überhaupt einen nennenswerten Vorteil bringt. Die Bedeutung des Impfpasses als eine Art Passierschein in der Pandemie wäre wohl nur von kurzer Dauer.

    Noch arbeiten Bund und Länder am ersten Etappenziel, die Pflegeheime durchzuimpfen. Wenn der jüngere und mobilere Teil der Bevölkerung Impftermine bekommt, dürfte sich das Land schon in Richtung einer Herdenimmunität bewegen – und insgesamt zum Alltag zurückkehren.

    Die Politik könnte sich sogar schon im Frühjahr zu größeren Lockerungen gezwungen sehen, sollten sich nach der Impfung der hochbetagten Risikogruppen die Infektionszahlen von der Belegung von Intensivbetten in Krankenhäusern entkoppeln.

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